"Opferpopp 2.0": Ein Requiem für vergessene Geschichten und verlorene Jugend
"Opferpopp 2.0": Ein Requiem für vergessene Geschichten und verlorene Jugend
Am 5. März 2026 eröffnet im Thalia Theater Halle die immersive Theaterinstallation *Opferpopp 2.0 – Ein Requiem. Das Projekt knüpft an das 2007 uraufgeführte Stück Opferpopp an, in dem junge Laiendarsteller:innen Geschichten von Gewalt und Vernachlässigung teilten. Diesmal entsteht daraus ein begehbarer Raum namens Klubhaus Kluth, der Ausstellung, Performance und Clubatmosphäre verbindet.
Die Reihe ist Teil von ERINNERN IST HEIMAT, einem Theaterprogramm, das sich mit Erinnerung und Verlust auseinandersetzt. An zwölf Abenden wird jeweils ein anderes Thema im Mittelpunkt stehen – stets verbunden mit Jugend, Ausgrenzung und vergessenen Geschichten.
Die Installation fungiert als "Denkmal für die Ausgelöschten" und beleuchtet vergessene Biografien sowie die langfristigen Folgen von Trauma. Regisseur Mirko Borscht und der Videokünstler Hannes Hesse führen das Publikum durch die Lebenswege des ursprünglichen Ensembles und stellen die Frage: Was wurde aus ihnen? Gleichzeitig würdigt das Projekt Alexander Kluth, einen Teilnehmer von 2007, der inzwischen verstorben ist – das Klubhaus Kluth wird so zu einem Ort der Erinnerung.
Anders als im klassischen Theater können Besucher:innen sich frei bewegen, selbst entscheiden, wie intensiv sie sich einbringen möchten, und an Mitmachaktionen teilnehmen. Die Produktion hinterfragt Klischees über "Problemkinder" und konfrontiert mit gesellschaftlichen Zuschreibungen zu Gewalt und Vernachlässigung. Ausdrücklich eingeladen sind Jugendliche ab 14 Jahren, denn das Projekt will einen Gegenraum schaffen – besonders vor dem Hintergrund, dass öffentliche Jugendtreffs zunehmend verschwinden.
Jeder Abend widmet sich einem eigenen Schwerpunkt und lädt zur Reflexion über Brüche, Widerstandsfähigkeit und die Lücken im kollektiven Gedächtnis ein. Veranstaltungsort ist das nt-Schaufenster des Thalia Theaters Halle, wo Performance, Diskussion und interaktive Elemente aufeinandertreffen.
Zwölf Nächte lang können Besucher:innen Geschichten entdecken, die oft übersehen werden. Durch die Verbindung von Theater, Ausstellung und Clubkultur will das Projekt junge Menschen in einen Dialog über Gewalt, Verlust und Zugehörigkeit einbinden. Gleichzeitig bewahrt es das Erbe der Beteiligten von 2007 und sorgt dafür, dass ihre Erfahrungen sichtbar bleiben.
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