AfD in der Vetternwirtschaft-Falle: Warum Alice Weidel jetzt handeln muss

Bernhard Weinhold
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Ein gelbliches, altes Stück Papier mit sauberer, lesbarer Schreibschrift, das angeblich ein Brief des deutschen Finanzministers an seine Frau ist.Bernhard Weinhold

AfD: Klaus Esser sollte keine Senioren mehr beschäftigen, die nicht arbeiten - AfD in der Vetternwirtschaft-Falle: Warum Alice Weidel jetzt handeln muss

Rechtspopulistische AfD in Deutschland gerät wegen Vetternwirtschaft in die Kritik

Die rechtspopulistische AfD steht erneut in der Kritik, nachdem Vorwürfe der Vetternwirtschaft innerhalb der Partei laut geworden sind. Parteichefin Alice Weidel fordert nun strengere Regeln für die Anstellung von Angehörigen in öffentlichen Ämtern – während landesweit immer neue Fälle bekannt werden. Die jüngsten Vorwürfe betreffen eine 80-jährige Frau, die von einem AfD-Landtagsabgeordneten beschäftigt wird, und werfen Fragen nach der tatsächlichen Natur ihrer Tätigkeit auf.

In den vergangenen Monaten wurden mehrere AfD-Politiker in verschiedenen Bundesländern beschuldigt, Familienmitglieder bei der Vergabe öffentlicher Posten bevorzugt zu haben. Allein in Niedersachsen gerieten Namen wie Anja Arndt, Martin Reichardt und Oliver Kirchner in Verbindung mit solchen Vorwürfen. Die genaue Zahl der Fälle ist unklar, doch Berichte deuten auf ein Muster hin: Angehörige werden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene eingestellt.

Der aktuellste Fall dreht sich um Klaus Esser, einen AfD-Landtagsabgeordneten, der die 80-jährige Rosemarie Z. in seinem Büro beschäftigt. Esser weist jede Schuld von sich und argumentiert, er fördere damit die politische Teilhabe älterer Menschen. Kritiker hingegen zweifeln an, ob die Frau in diesem Alter noch sinnvolle Aufgaben erfüllen kann.

Esser steht ohnehin bereits unter rechtlichem Druck: Ihm wird vorgeworfen, akademische Abschlüsse gefälscht zu haben – ein Verfahren, das zu einem möglichen Amtsverbot und gerichtlichen Konsequenzen führen könnte. Zudem ist er Teil eines internen Netzwerks, zu dem auch Werner Z. gehört, der Ehemann von AfD-Co-Chefin Alice Weidel. Werner Z. soll von Verbindungen zu Esser profitieren, der wiederum dessen Ehefrau in einer anderen Funktion beschäftigt. Auf Anfrage von Der Spiegel lehnten die Eheleute Z. jeden Kommentar ab.

Weidel selbst hat die Risiken der Angehörigenbeschäftigung in öffentlichen Ämtern eingeräumt und drängt nun auf klarere gesetzliche Regelungen, um Missbrauch zu verhindern. Ihr Mann verlässt unterdessen Parteiveranstaltungen oft frühzeitig – angeblich, um sie nicht über längere Zeit allein zu Hause zurückzulassen.

Die wiederholten Vetternwirtschafts-Vorwürfe gegen die AfD haben Forderungen nach schärferen Kontrollen laut werden lassen. Mit Fällen in mehreren Bundesländern und der Beteiligung prominenter Parteimitglieder wächst der Druck auf die AfD, das Problem anzugehen. Die laufenden Ermittlungen gegen Esser und mögliche Gerichtsverfahren könnten die Debatte über Transparenz bei der Besetzung politischer Posten weiter prägen.

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