Solingens Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung seiner Immobilien bis 2035
Isabella ReinhardtSolingens Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung seiner Immobilien bis 2035
Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche plant umfassende Veränderungen an seinen Immobilien. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Haushalte haben Verantwortliche eine neue Strategie für Kirchen und Gemeindezentren ausgearbeitet. Eine von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe hat nun Vorschläge vorgelegt, wie diese Immobilien künftig genutzt werden sollen.
Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet der Kirchenkreis damit, nur noch die Hälfte der aktuellen finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben. Gleichzeitig sollen bis dahin alle verbleibenden Kirchengebäude klimaneutral werden – was umfangreiche Sanierungsarbeiten erfordert.
Die Pläne unterteilen die Immobilien des Kirchenkreises in drei Kategorien. Acht Kirchen und Gemeindezentren – darunter die Evangelische Kirche Merscheid, Widdert und Ketzberg – wurden auf eine "Positivliste" für den langfristigen Erhalt gesetzt. Diese Gebäude sollen ihre bisherigen religiösen und gemeindlichen Funktionen behalten.
Sieben weitere Immobilien gelten hingegen als langfristig nicht tragfähig für die kirchliche Nutzung. Ihre Zukunft bleibt ungewiss, auch wenn vorerst keine Schließungen geplant sind. Die Stadtkirche Mitte wird hingegen noch gesondert geprüft, da sie durch ihre zentrale Lage, barrierearme Zugänge und die vielfältige Nutzung durch verschiedene Gruppen eine besondere Rolle spielt.
Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird das Gebäudekonzept ausführlich beraten. Endgültige Entscheidungen werden jedoch erst für Ende 2027 erwartet, um Gemeinden und Verantwortlichen Zeit zu geben, die emotionalen und praktischen Auswirkungen der Veränderungen zu bewerten. Im Bericht der Arbeitsgruppe heißt es, dass alle aufgelisteten Immobilien – wie die Lutherkirche und andere Gemeindezentren – Stand Februar 2026 weiterhin aktiv kirchlich genutzt werden und bisher keine Umwidmung für nicht-religiöse Zwecke erfolgt ist.
Die Umstrukturierung spiegelt größere Entwicklungen in der Evangelischen Kirche im Rheinland wider. Über Solingen hinaus hat die Landeskirche das Ziel ausgegeben, bis 2035 klimaneutral zu arbeiten – was bedeutet, dass viele ältere Immobilien teure Modernisierungen benötigen, um die Umweltstandards zu erfüllen. Die finanzielle Belastung wird durch rückläufige Mitgliederzahlen und einen Rückgang an hauptamtlichem Personal verschärft, was schwierige Entscheidungen darüber erfordert, welche Immobilien erhalten bleiben können.
Die Vorschläge markieren einen Wendepunkt für die kirchliche Landschaft in Solingen. Sollten sie umgesetzt werden, werden sie in den kommenden zehn Jahren maßgeblich prägen, wie und wo sich Gemeinden versammeln. Der Fokus des Kirchenkreises liegt nun darauf, die Finanzierung für die Sanierungen zu sichern – und gleichzeitig die emotionale Last möglicher Immobilienschließungen zu bewältigen.
Neue öffentliche Veranstaltung enthüllt Strategieumsetzung für Solingens Kirchenimmobilien
Die Immobilienstrategie des Kirchenkreises Solingen hat bei einer Veranstaltung am 11. Februar öffentliche Aufmerksamkeit erregt, bei der vorläufige Vorschläge bekannt gegeben wurden. Wichtige Details wurden bekannt gegeben:
- Superintendentin Dr. Ilka Werner betonte die Aufrechterhaltung der '100% kirchlichen Identität', trotz finanzieller Einschnitte, da die Hälfte der aktuellen Gebäude bis 2035 einer alternativen Nutzung zugeführt werden soll.
- Ein Entscheidungsunterstützungstool, das von Prof. Andreas Moschinski entwickelt wurde, wird in anderen Kirchenkreisen getestet und wird likely die Analyse von 5560 regionalen Kirchengebäuden in Solingen beeinflussen.
- Das 2027er-Termin für endgültige Entscheidungen stimmt mit dem Klimaneutralitätsziel der Evangelischen Kirche im Rheinland bis 2035 überein, was umfangreiche Renovierungen älterer Immobilien erfordert.