17 March 2026, 02:09

Maria Kalesnikava erhält den Karlspreis – ein Symbol für den Kampf um Belarus

Eine Europakarte, die die Provinzen Belarus und Aserbaidschan in verschiedenen Farben hervorhebt, mit zusätzlichen Textdetails über die beiden Länder.

Maria Kalesnikava erhält den Karlspreis – ein Symbol für den Kampf um Belarus

Belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava erhält endlich den Karlspreis in Aachen

Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava ist am Samstag in Aachen endlich mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung, die ihr bereits vor vier Jahren zugesprochen wurde, erfolgte nur drei Monate nach ihrer Haftentlassung. Inzwischen lebt sie in Deutschland, wo sie weiterhin für Demokratie in Belarus kämpft.

Der Karlspreis würdigt Verdienste um die europäische Einigung. Kalesnikava erhielt ihn gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja – die einzigen Preisträgerinnen des Jahres 2022. Zu den früheren Empfängern zählen Persönlichkeiten wie Mario Draghi, doch in jenem Jahr ging die Auszeichnung ausschließlich an die drei belarussischen Frauen.

An der ursprünglichen Preisverleihung konnte Kalesnikava wegen ihrer Inhaftierung in Belarus nicht teilnehmen. Am Samstag zeigte sie sich überglücklich, die Auszeichnung nun endlich entgegennehmen zu können – besonders, weil ihre Familie an ihrer Seite war. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung des Preises als Zeichen der Solidarität mit den Belarussen, die weiterhin unter Repressionen leiden.

Seit ihrer Freilassung arbeitet sie eng mit Zepkalo und Zichanouskaja zusammen, um demokratischen Wandel voranzutreiben. Doch sie macht sich große Sorgen um Freunde, die noch immer in belarussischen Gefängnissen sitzen. Trotz aller Hindernisse ist sie überzeugt, dass ein demokratisches Belarus entstehen wird.

Kalesnikava rief die europäischen Regierungen auf, Belarus als zukünftigen Partner zu betrachten. Sie forderte Unterstützung für exilierte Belarussen sowie für die Opposition, die im Land weiter gegen die Diktatur kämpft.

Die Preisverleihung war für Kalesnikava ein seltener Moment des Feierns nach Jahren des Widerstands. Ihre fortgesetzte Arbeit mit ihren Mitstreiterinnen hält den Kampf für die belarussische Demokratie am Leben. Der Preis ist zugleich Anerkennung für ihr Engagement und eine Mahnung an diejenigen, die für dieselbe Sache noch immer in Haft sitzen.

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