Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Ante TextorEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen
Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Die Pläne für die Gebühr sollen in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten, doch die genaue Höhe steht noch nicht fest.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, hat den Vorschlag scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Idee als "sehr problematisch" und warnte, dass sie den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken und den offenen Charakter des Bauwerks verändern könnte.
Schock-Werner räumte ein, dass zusätzliche Mittel für die Erhaltung des Doms notwendig seien. Gleichzeitig argumentierte sie jedoch, dass eine Eintrittsgebühr seine Bedeutung für Köln schwächen und viele abschrecken könnte, die das Gotteshaus derzeit kostenlos besuchen.
Öffentliche Debatten über Eintrittsgelder an deutschen Wahrzeichen führten in der Vergangenheit oft zu Protesten. In den letzten Jahren stießen ähnliche Pläne für Stätten wie die Aachener Pfalzkapelle oder das Brandenburger Tor in Berlin auf Widerstand von Bürgerinitiativen und Kirchenvertretern. Während Befürworter auf die finanziellen Belastungen für die Instandhaltung verweisen, zwang der Widerstand häufig zu Kompromissen oder sogar zur Rücknahme der Pläne.
Die Domverwaltung hat weder die genaue Gebührenhöhe noch den Starttermin endgültig festgelegt. Sollte die Gebühr eingeführt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel für einen Ort, der seit Langem für seinen freien Zugang bekannt ist. Die Entscheidung folgt einer breiteren Diskussion in Deutschland darüber, wie Denkmalschutz und öffentlicher Zugang in Einklang gebracht werden können.