Willich streicht zwei Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze
Ante TextorWillich streicht zwei Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze
Zwei geplante Kitas in Willich fallen Budgetkürzungen und sinkenden Anmeldezahlen zum Opfer
Aufgrund knapper Haushaltsmittel und rückläufiger Kinderzahlen wurden in Willich zwei geplante Kindertageseinrichtungen gestrichen. Damit bleibt das generationenübergreifende Zentrum Reinershof das einzige noch laufende Neubauprojekt der Stadt. Eltern und Initiativen fordern nun von Bürgermeister Pakusch Antworten zur künftigen Kinderbetreuung.
Die Unterstützergruppe Kita Alperof hat in einem zweiten offenen Brief die städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen für Familien infrage gestellt. Mit ihrer Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" setzt sie sich für lokale Betreuungslösungen ein, die den Alltagsstress verringern und den Zugang zu frühkindlicher Bildung verbessern.
Am 6. März hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein Kita Alperof bereits einen ersten offenen Brief an Bürgermeister Pakusch gerichtet. Darin baten sie um ein Gespräch über nachhaltige Betreuungsangebote – bisher ohne Antwort. Nun wird ein weiterer Brief vorbereitet, in dem die städtische Einschätzung zu erhöhten Fahrzeiten für Familien hinterfragt wird.
Das generationenübergreifende Zentrum Reinershof ist mittlerweile das einzige aktive Neubauvorhaben in Willich. Die Einrichtung soll die Kita Alperof aufnehmen, doch die Finanzierung wirft Fragen auf. Die Stadt übernimmt den Großteil der Sanierungskosten – geschätzt auf 8 bis 10 Millionen Euro – aus eigenen Mitteln, ergänzt durch Landes- und Bundeszuschüsse. Ein privater Investor realisiert jedoch den Bau im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Laut Vereinbarung wird er die Kita-Räume langfristig anmieten, um den Betrieb zu sichern.
Die Initiator:innen der Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" argumentieren, dass Kitas vor Ort Fahrzeiten verkürzen, Stress reduzieren und Familien mehr gemeinsame Zeit ermöglichen. Zudem betonen sie, wie wichtig ein verlässlicher Zugang zu frühkindlicher Bildung für alle Kinder in der Region ist. Die Gruppe fordert einen direkten Dialog mit dem Bürgermeister, um diese Themen vor weiteren Entscheidungen zu klären.
Mit der Streichung zweier Kita-Projekte hängt Willichs Kinderbetreuungsplanung nun am Zentrum Reinershof. Die städtische Finanzierungsstrategie und die Rolle privater Investoren stehen weiterhin in der Kritik. Eltern drängen weiterhin auf ein Gespräch mit Bürgermeister Pakusch, um lokale Lösungen durchzusetzen, die den Bedürfnissen der Familien gerecht werden.






