Panne im Ministerium: Geheimrouten für Atommülltransport öffentlich einsehbar
Bernhard WeinholdPanne im Ministerium: Geheimrouten für Atommülltransport öffentlich einsehbar
Ein schwerwiegender Sicherheitsfehler hat die genauen Transportrouten für einen bevorstehenden Atommülltransport in Deutschland offenbart. Die Details waren für kurze Zeit auf einer Regierungsplattform öffentlich einsehbar, bevor sie wieder entfernt wurden. Der Transport, bei dem es um Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor geht, soll ab dem 24. März 2026 von Jülich nach Ahaus führen.
Das Digitale Informationsportal für unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums hatte die geheimen Routen am Mittwochabend versehentlich veröffentlicht. Die Informationen blieben bis Donnerstag online – obwohl solche Angaben normalerweise unter Verschluss gehalten werden. Eine Erklärung für den Fehler liegt bisher nicht vor, und das Ministerium hat auf Medienanfragen des WDR nicht reagiert.
Entlang der Transportstrecke wird vom 20. bis 27. März 2026 eine Drohnenflugverbotszone eingerichtet. Die Sperrung betrifft Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus, wo die Castor-Behälter in ein Zwischenlager gebracht werden sollen. Solche Transporte gelten als hochriskant, da sie potenzielle Terrorgefahren und großangelegte Proteste nach sich ziehen können.
Rund 4.500 Polizeibeamte werden den ersten Transport begleiten; Strahlenschutzmaßnahmen für das Personal sind bereits getroffen. Die Behörden haben keine Details zu früheren Sicherheitsprotokollen preisgegeben, bestätigten jedoch den Einsatz umfangreicher Ressourcen für diese Operation.
Die bekannt gewordenen Routen sorgen vor dem geplanten Atomtransport für Besorgnis. Trotz strenger Luftraumbeschränkungen und massiver Polizeipräsenz laufen die Vorbereitungen für den hochsensiblen Einsatz weiter. Der Vorfall unterstreicht die Herausforderungen beim Schutz vertraulicher logistischer Daten bei solchen Missionen.






