14 March 2026, 18:13

Willich schließt Kita St. Irmgardis wegen sinkender Geburtenzahlen bis 2027

Ein großer abgerissenes Gebäude inmitten einer Stadt, umgeben von anderen Gebäuden, Straßenmasten, Straßenlaternen, Namensschildern, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willich schließt Kita St. Irmgardis wegen sinkender Geburtenzahlen bis 2027

Willich plant Schließung der Kita St. Irmgardis bis Ende 2026/2027

Die Stadt Willich wird die Kindertagesstätte St. Irmgardis bis zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 schließen. Geplant ist, das Gebäude an die Villa Kunterbunt zu verpachten, die dort ihr Angebot ausbauen wird. Hintergrund der Veränderungen sind sinkende Geburtenzahlen, die den Bedarf an Betreuungsplätzen im nördlichen Stadtgebiet Willichs grundlegend verändern.

Seit 2018 ist die Zahl der Kinder in den Einrichtungen um 26 Prozent zurückgegangen – aktuell stehen 354 Plätze leer. Bis 2029 rechnet die Verwaltung sogar mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen, während noch vor wenigen Jahren ein Mangel herrschte.

Besonders stark sind die Geburtenraten im Norden Willichs seit 2020 eingebrochen. In den Ortsteilen Anrath, Neersen und Schiefbahn ging die Zahl der Neugeborenen um 30 Prozent zurück, die Geburtenrate liegt bei nur noch 1,14 Kindern pro Frau – deutlich unter dem Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen. Trotz neuer Wohnbauprojekte ziehen weniger Familien in die Region, sodass viele Kitas unterausgelastet sind.

Die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof wurden gestrichen. Stattdessen wird die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof umziehen. Die neue Location ist dann in neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus erreichbar. Das bisherige Gebäude der Kita Alperhof soll abgerissen werden.

Die Villa Kunterbunt übernimmt den Standort St. Irmgardis und will dort erweiterte Angebote wie Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung einführen. Die Stadt verlängert unterdessen die Förderung für das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn bis Juli 2027; über eine mögliche Schließung soll danach entschieden werden. Auch das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK wird bis Juli 2026 eingestellt.

Aufgrund finanzieller Zwänge und nachlassender Nachfrage verzichtet die Stadt auf den Bau zweier geplanter städtischer Kitas. Eltern aus der Region kritisieren die Entwicklungen: Weniger Betreuungsangebote vor Ort machten den Stadtteil für junge Familien unattraktiv.

Bis 2029 wird Willich über ein deutliches Überangebot an Kita-Plätzen verfügen. Während die Villa Kunterbunt am Standort St. Irmgardis ihre Kapazitäten ausbaut, verändert der Umzug der Kita Alperhof nach Reinershof die Wege für viele Familien. Kleinere Einrichtungen wie das Blaue Haus werden weiterhin geprüft, sobald sich die Nachfrage weiter entwickelt.

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