16 March 2026, 06:11

Paderborns Kirche kämpft mit Aufarbeitung von Missbrauch durch Kleriker und neuen Entschädigungsversprechen

Ein Buch mit Bildern und Texten, die die Geschichte der Katholischen Kirche dokumentieren, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Paderborns Kirche kämpft mit Aufarbeitung von Missbrauch durch Kleriker und neuen Entschädigungsversprechen

Erzbistum Paderborn unternimmt neue Schritte zur Aufarbeitung jahrzehntelangen Missbrauchs durch Kleriker

Bei einer jüngsten Veranstaltung in Dortmund kündigte Erzbischof Udo Markus Bentz Entschädigungszahlungen für Betroffene an. Gleichzeitig markieren QR-Codes nun die Gräber von Bischöfen, die mit Fehlverhalten in Verbindung stehen. Die Maßnahmen folgen auf eine Studie aus dem Jahr 2026, die weitverbreiteten Missbrauch in der Region aufdeckte.

Nur etwa 200 Katholiken nahmen an der Versammlung teil, viele Plätze im Goldsaal blieben leer. Überlebende und Aktivisten fordern weiterhin mehr Transparenz und Unterstützung für die Geschädigten.

Eine 2026 veröffentlichte Untersuchung der Universität Paderborn identifizierte 210 Kleriker im Erzbistum, denen zwischen 1941 und 2002 Missbrauch vorgeworfen wird. In diesem Zeitraum wurden über 485 Opfer dokumentiert. Weitere Erkenntnisse zur Amtszeit von Erzbischof Hans-Josef Becker (2003–2022) werden für 2027 erwartet.

Der Betroffene Michael Heltner forderte angemessene finanzielle Entschädigungen und psychologische Betreuung für die Opfer. Viele Überlebende kämpfen mit Schuldgefühlen, die durch die kirchliche Sexualmoral noch verstärkt werden. Ein weiterer Vorschlag sah vor, einen Sonntag der Besinnung in der Nähe des 18. November, dem Gebetstag für Opfer sexueller Gewalt, einzurichten.

Kirchenvertreter brachten zudem QR-Codes an den Gräbern von in Missbrauchsskandale verwickelten Bischöfen an. Wer sie scannt, erhält Informationen zu deren Leben und Fehlverhalten. Gleichzeitig wurde Ende 2025 eine Anzeige gegen den ehemaligen Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt erstattet, doch die Studie fand keine direkten Belastungsmomenten gegen ihn.

Erzbischof Bentz wird in den kommenden beiden Tagen weitere Treffen mit Gemeindegliedern in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück abhalten. Ein Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Vermögens des Erzbistums für Wiedergutmachungszahlungen und Renten für Betroffene zu verwenden.

Das Erzbistum steht zunehmend unter Druck, seine Zusagen umzusetzen. QR-Codes auf Gräbern und öffentliche Diskussionen zeigen einen Wandel hin zu mehr Verantwortung. Überlebende bestehen jedoch darauf, dass finanzieller und emotionaler Beistand den symbolischen Schritten folgen muss.

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