Willich plant höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge
Ferdinand WeimerWillich plant höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge
Eltern in Willich protestieren gegen geplante Gebührenerhöhungen in der Kinderbetreuung und Streichung von Geschwisterrabatten
Die Haushaltskrise der Stadt zwingt die Verantwortlichen, nach neuen Einnahmequellen zu suchen – doch die Pläne stoßen bei Familien auf massive Kritik, die ohnehin schon mit Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen zu kämpfen haben.
Der Streit um die Kosten für Kinderbetreuung in Willich schwelt bereits seit Jahren ohne Lösung. Aktuelle Vorschläge der CDU sehen vor, Gebühren für Geschwisterkinder in Kitas, der Nachmittagsbetreuung und der Tagespflege einzuführen. Damit würde Willich dem Beispiel benachbarter Kommunen wie Nettetal und Kempen folgen, wo bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr üblich ist.
Der Jugend- und Elternbeirat (JAEB) lehnt die Pläne entschieden ab und wendet sich sowohl gegen die generellen Gebührenerhöhungen als auch gegen die neuen Geschwisterzuschläge. Marlene Mendes, eine Mutter aus Anrath, und andere Eltern äußern sich empört: Die Änderungen würden die finanzielle Belastung weiter verschärfen. Gleichzeitig kritisierte SPD-Sprecher Dietmar Winkels den Kurs der Stadt. "Der Haushaltsausgleich darf nicht auf dem Rücken der Familien ausgetragen werden", betonte er.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung nun beauftragt, die Elternbeitragssatzung bis zum 28. April zu überarbeiten. Der Druck wächst, da die Stadt unter massiven Haushaltszwängen steht und nach Einsparmöglichkeiten sucht. Bereits früher wurden Einrichtungen wie die Kita Alperhof geschlossen, was das Angebot weiter verknappt und die Situation für Eltern verschärft.
Frist für die überarbeiteten Richtlinien ist Ende April. Falls die neuen Gebühren beschlossen werden, gelten sie für alle frühkindlichen Betreuungsangebote. Eltern und Interessenverbände wehren sich weiterhin gegen die Pläne – die Stadt jedoch hält die finanziellen Anpassungen für unvermeidbar.






