Wie Hendrik Wüst das Christkind in seiner Familie lebendig hält
Bernhard WeinholdBei der Familie Wüst holt der Weihnachtsmann die Wunschliste ab - Wie Hendrik Wüst das Christkind in seiner Familie lebendig hält
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat Einblicke in die Weihnachtsbräuche seiner Familie und eigene Kindheitserinnerungen geteilt. Jeden Advent legt seine Tochter einen Wunschzettel neben einen Teller mit Plätzchen – in der Hoffnung, dass das Christkind vorbeikommt. Am nächsten Morgen ist der Brief verschwunden, und die Leckereien weisen Bissspuren auf: ein Zeichen, dass der weihnachtliche Besucher da war.
Als Kind markierte Wüst selbst in Spielzeugkatalogen die Dinge, die er sich zu Weihnachten wünschte. Sein wertvollstes Geschenk war ein Dreirad, das ihm bis heute besonders in Erinnerung geblieben ist. Damals träumte er von einem Gabentisch, der unter dem Baum nur so überquoll.
Die Tradition, dass das Christkind die Wünsche der Kinder einsammelt, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich als protestantische Alternative zum Nikolaus in Regionen wie Nürnberg und Süddeutschland entstanden, gibt es heute unterschiedliche lokale Bräuche: Manche Orte wie Türkenfeld oder Damscheid nutzen Wunschbäume, während andere – etwa Malschwitz – die Traditionen von Christkind und Weihnachtsmann vermischen. In anderen europäischen Ländern bringen Figuren wie Sinterklaas in den Niederlanden und Belgien bereits am 5. und 6. Dezember Geschenke – je nach Betragen der Kinder. In Frankreich füllt der Père Noël am 6. Dezember die Schuhe, die Kinder vor den Kamin stellen, und in Italien sowie Skandinavien bringen Babbo Natale und der Julemanden die Präsente erst am Heiligabend.
Heute gibt Wüst zu, dass er sich über eigene Wünsche kaum noch Gedanken macht. Seine Frau hingegen hat meist klare Vorstellungen davon, was er sich wünschen sollte.
Doch die Christkind-Tradition lebt in Wüsts Haushalt weiter – wie in vielen Teilen Deutschlands. Der Wunschzettel seiner Tochter und die verschwundenen Plätzchen halten die Adventszauber am Leben. Gleichzeitig spiegeln die Kindheitserinnerungen des Ministerpräsidenten und die Familienbräuche den zeitlosen Charme von Weihnachten wider, der die Generationen verbindet.






