Warum komplexe Sprache Start-ups mehr Geld von Investoren bringt
Isabella ReinhardtWarum komplexe Sprache Start-ups mehr Geld von Investoren bringt
Eine neue deutsche Studie zeigt: Start-ups, die in ihren Pitches eine komplexe Sprache verwenden, erhalten mit größerer Wahrscheinlichkeit Finanzierungen. Forscher entdeckten einen klaren Zusammenhang zwischen anspruchsvoller Kommunikation und dem Vertrauen von Investoren. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlicht.
Für die Untersuchung analysierten die Wissenschaftler 547 Pitches vom TechCrunch Disrupt Startup Battlefield-Wettbewerb. Dabei bewerteten 240 Entscheidungsträger die Präsentationen. Federführend waren Forscher der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München.
Die Studie ergab, dass eine höhere sprachliche Komplexität im Schnitt zu einer Finanzierungserhöhung von 7,25 Prozent führte – das entspricht etwa 125.000 US-Dollar. Besonders Gründer mit elitärem akademischem Hintergrund profitierten, da eine differenzierte Sprache ihre wahrgenommene Kompetenz steigerte. So sammelte etwa das Fintech-Unternehmen N26 nach einem überzeugend komplexen Pitch innerhalb eines Jahres über 10 Millionen Dollar ein.
Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betonte, dass unternehmerische Kommunikation über simplifizierte Ratschläge hinausgehen müsse. Gleichzeitig warnte die Studie jedoch: Zu komplexe Sprache könnte Investoren verwirren oder Gründer unentschlossen wirken lassen.
Die Forschungsergebnisse unterstreichen einen messbaren Vorteil für Start-ups, die Komplexität mit Klarheit verbinden. Investoren belohnen anscheinend nuancierte Pitches mit höheren Finanzierungen. Doch wenn die Komplexität die Botschaft überlagert, kann sie sich auch nachteilig auswirken.
