03 April 2026, 02:10

Wahlberichterstattung neu gedacht: Bürgerfragen im Mittelpunkt statt Parteipolitik

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" darauf, vor schwarzem Hintergrund abgedruckt.

Wahlberichterstattung neu gedacht: Bürgerfragen im Mittelpunkt statt Parteipolitik

Ein neuer Ansatz in der Wahlberichterstattung stellt die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt. An dem Projekt "Eure Stimme, Eure Themen" des CORRECTIV.StartHub beteiligten sich 32 unabhängige deutsche Redaktionen. Die Initiative will den Wahljournalismus relevanter gestalten, indem sie die Fragen und Sorgen der Menschen vor Ort aufgreift.

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Erstmals erprobt wurde das Modell bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Nach dem Erfolg folgte die Ausweitung auf die Landtagswahlen in Bayern, Sachsen und Thüringen. Inspiriert ist der Ansatz von der US-amerikanischen "Citizen's Agenda", wurde aber für das deutsche Publikum angepasst.

Der Prozess beginnt sechs Monate vor der Wahl: Redaktionen verpflichten sich intern und stellen Ressourcen bereit. Vier Monate vor dem Termin werden Ziele, Mission und Zielgruppen definiert. Drei bis vier Monate vorher startet die Einbindung der Gemeinschaft – Journalisten sammeln dann die zentralen Themen der Bürgerinnen und Bürger.

Zwischen zwei und drei Monaten vor der Abstimmung entsteht auf dieser Basis eine Wahlagenda. Ein bis zwei Monate später wird die Berichterstattung an diesen Prioritäten ausgerichtet. Am Wahltag selbst stehen die Ergebnisse im Kontext der lokalen Anliegen im Fokus. Nach der Wahl dient eine Auswertung dazu, den Ansatz für künftige Wahlen zu verfeinern.

CORRECTIV.StartHub hat nun einen Schritt-für-Schritt-Leitfaden, das "Eure Stimme, Eure Themen"-Handbuch, veröffentlicht, um anderen Redaktionen die Übernahme der Methode zu erleichtern. Die Organisation bietet zudem Tools wie beabee und CrowdNewsroom* an sowie Workshops, die partizipativen Journalismus fördern.

Das Projekt zeigt: Wenn Wahlberichterstattung die lokalen Prioritäten widerspiegelt, profitieren die Zuschauerinnen und Zuschauer davon. Die beteiligten Redaktionen werden das Modell weiterentwickeln – mit Fokus auf langfristige Bürgerbeteiligung. Der Leitfaden und die Tools stehen nun allen offen, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen möchten.

Quelle