15 March 2026, 10:09

Vom Münchner Jungen zum Samurai-Meister: Ein Bayer bewahrt Japans Kampfkunst in Lengenwang

Ein offenes Buch aus der Serie Fifty-Three Stations of the Tokaido, das eine Zeichnung eines Samurai in traditioneller Rüstung zeigt, der ein Schwert und einen Schild hält, vor einem hellblauen Himmel und weißen Wolken.

Vom Münchner Jungen zum Samurai-Meister: Ein Bayer bewahrt Japans Kampfkunst in Lengenwang

Ryūnosuke Ōtsuka, ein Samurai-Meister, führt die traditionelle Schule Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō von ihrem neuen Standort in Lengenwang aus an. Geboren als Markus Lösch in München, verließ er mit 18 Jahren Deutschland, um in Japan die authentischen Traditionen der Samurai zu studieren. Sein Weg führte dazu, dass er den Namen seines Meisters annahm und schließlich den Hauptsitz der Schule nach Bayern verlegte.

Markus Lösch wuchs in München mit dem Traum auf, Schriftsteller zu werden. Er trainierte im englischen Langbogen-Schießen, bis eine Verletzung seinen Weg änderte. Mit 18 zog er nach Japan, um sich ganz der Kultur der Samurai zu widmen.

Dort wurde er von seinem Meister, Ōtsuka Yōichirō, adoptiert und übernahm dessen Familiennamen. 2016 wurde er zum Oberhaupt der Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō ernannt und verlegte den Hauptsitz von Tokio nach München. Bis 2025 expandierte die Schule weiter und zog schließlich nach Lengenwang um.

Vor dem Umzug zählte die Schule 250 aktive Schülerinnen und Schüler sowie 12 Trainingszentren in Japan, Deutschland und Österreich. Mittlerweile gibt es Zweige auch in Italien, Ungarn, Polen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Ōtsuka hält regelmäßig Trainingseinheiten in Lengenwang ab und veranstaltet auf seinem Bauernhof Seminare, die Teilnehmer aus aller Welt anziehen.

Für die Zukunft plant er, seinen Garten in einen Freiluft-Trainingsbereich umzugestalten und eine alte Scheune zu einem Dōjō umzubauen. Zudem sind ein japanischer Schrein, Meditationsräume und traditionelle Bäder Teil des Projekts. Über die Kampfkünste hinaus möchte er Matsuri – japanische Straßenfeste – organisieren, um Gemeinschaftsgeist und gegenseitigen Respekt zu fördern.

Die Verlegung der Schule nach Lengenwang markiert ein neues Kapitel für Ōtsuka und seine Schüler. Obwohl er die bayerischen Traditionen respektiert, bleibt sein Fokus auf der Bewahrung des Samurai-Erbes. Seine Vision verbindet Kampftraining mit kulturellem Austausch und schafft so einen Ort, an dem sowohl Einheimische als auch internationale Schüler lernen und sich verbinden können.

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