Strabag wächst kräftig und verschiebt 40.000-Tonnen-Brücke wie im Zeitraffer
Ferdinand WeimerStrabag wächst kräftig und verschiebt 40.000-Tonnen-Brücke wie im Zeitraffer
Strabag, Deutschlands größter Baukonzern, verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 ein kräftiges Wachstum. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, während sich der Auftragsbestand auf 28,4 Milliarden Euro belief – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem gelang dem Unternehmen ein technisches Meisterstück: Ein 40.000 Tonnen schwerer Brückenabschnitt wurde intakt um 20 Meter verschoben.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 58 Prozent auf 129,4 Millionen Euro, der Nettogewinn wuchs um vier Prozent auf 94,9 Millionen Euro. Strabag ist sowohl in Österreich als auch in Deutschland führend und hält dort Marktanteile von fünf beziehungsweise zwei Prozent.
Eines der jüngsten Projekte war die A45-Talbrücke in Rinsdorf, bei der Ingenieure einen 485,5 Meter langen Abschnitt inklusive Pfeiler und Fundament ohne Demontage um 20 Meter verschoben – eine seltene technische Leistung.
Stefan Kratochwill, seit Februar 2025 Vorstandsvorsitzender von Strabag und zuvor seit 2017 Chef der BMTI, betonte die Bedeutung von Infrastruktur als „Lebensader jeder modernen Wirtschaft“ und „Motor der wirtschaftlichen Entwicklung“. Gleichzeitig warnte er, dass vernachlässigte Instandhaltung langfristig deutlich höhere Kosten verursachen werde.
Österreich plant 2025 Investitionen von 9,9 Milliarden Euro in Bundesinfrastruktur – das entspricht zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Strabag selbst steckt jährlich über 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung und unterstreicht damit seinen Innovationsanspruch.
Die starken Finanzkennzahlen und technischen Projekte des Konzerns festigen seine Rolle im europäischen Bausektor. Der wachsende Auftragsbestand und die soliden Erträge spiegeln eine stabile Nachfrage wider, während das Know-how des Unternehmens weiterhin Großprojekte im Infrastrukturbereich vorantreibt.






