Solinger Klinikum kämpft mit Sparmaßnahmen gegen Millionenverluste an
Ferdinand WeimerSolinger Klinikum kämpft mit Sparmaßnahmen gegen Millionenverluste an
Städtisches Klinikum Solingen startet Sparprogramm zur Bewältigung finanzieller Engpässe
Das Städtische Klinikum Solingen hat ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet, um den wachsenden finanziellen Druck zu begegnen. Rund 30 unbesetzte Stellen sollen nicht nachbesetzt werden, doch die Verantwortlichen versichern, dass die Patientenversorgung dadurch nicht leiden werde. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund chronischer Unterfinanzierung, die durch steigende Löhne und Betriebskosten verschärft wird.
Das Krankenhaus rechnet mit einem jährlichen Fehlbetrag von etwa zwei Millionen Euro, falls das geplante Spargesetz in Kraft tritt. Dieses sieht vor, die Erhöhung des Landesbasisfallwerts – einer zentralen Finanzierungskennziffer – von 5,17 auf 2,98 Prozent zu kürzen. Bis 2030 könnten sich die kumulierten Verluste auf rund 14 Millionen Euro belaufen.
Um den akuten Druck zu mindern, soll im November eine einmalige Zusatzgebühr für Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung etwa 5,5 Millionen Euro einbringen. Entlassungen sind nicht geplant, doch Einsparungen sollen unter anderem durch günstigere Medikamentenbeschaffung und den vermehrten Einsatz von Generika erzielt werden.
Langfristig sind strukturelle Änderungen vorgesehen, um Patiententransfers zu beschleunigen und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus zu verkürzen. Diese Maßnahmen sollen jährlich Millionen einsparen. Gleichzeitig investiert das Klinikum 170 Millionen Euro in Neubauten und Modernisierungen, wobei 90 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln stammen.
Die Klinikleitung betont, dass die Patientenversorgung von den Kürzungen unberührt bleibe. Gleichzeitig wird weiter auf stabile Finanzierung gedrängt, während der Betrieb an die steigenden Kosten angepasst wird. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Veränderungen auf Finanzen und Leistungen auswirken.






