Schalkes Absturz: Vom Herbstmeister zum Abstiegsangst-Kandidaten in der 2. Bundesliga
Ante TextorSchalkes Absturz: Vom Herbstmeister zum Abstiegsangst-Kandidaten in der 2. Bundesliga
FC Schalke 04s Saison nimmt eine dramatische Wende nach starkem Start in Dresden. Nach einem vielversprechenden Beginn hat die Saison des FC Schalke 04 eine abrupt negative Wendung genommen. Mit 40 Punkten aus 21 Spielen belegt die Mannschaft zwar noch den 2. Platz in der 2. Bundesliga, doch aktuelle Leistungsprobleme geben Anlass zur Sorge. Fünf Spiele ohne Sieg und ein deutlicher Formverfall in der Rückrunde gefährden die Aufstiegschancen des Vereins.
Abseits des Platzes verschärfen sich die Probleme: Streitigkeiten im Trainerteam und Fanproteste belasten die Stimmung zusätzlich.
Die Königsblauen waren als Herbstmeister in die Saison 2025/2026 gestartet und hatten die Tabelle mit 12 Siegen, 4 Unentschieden und nur 5 Niederlagen angeführt. Eine Torbilanz von 26:16 unterstrich die Aufstiegsambitionen. Doch die Rückrunde brachte einen abrupten Einbruch: Bisher holte Schalke nur 3 Punkte und blieb in den letzten fünf Partien sieglos. Dieser Negativlauf katapultierte das Team auf Platz 17 der Rückrunden-Tabelle – SV Darmstadt 98 zog in der Gesamtwertung an den Gelsenkirchenern vorbei.
Interne Konflikte verschärfen die Krise. Ein heftiger Streit entbrannte zwischen Cheftrainer Miron Muslic und U19-Coach Norbert Elgert über die Förderung des 18-jährigen Talents Mika Wallentowitz. Elgert kritisierte die Entscheidung, den jungen Spieler statt im U19-Team nur als Ersatzspieler zu trainieren. Wallentowitz saß zwar beim Spiel gegen Dynamo Dresden auf der Bank, kam jedoch nicht zum Einsatz. Der Disput führte zu weiteren Gesprächen zwischen Elgert und Sportdirektor Frank Baumann – Muslic soll dabei gefehlt haben.
Auch die Fans zeigen sich zunehmend unzufrieden. Beim Spiel gegen Dresden entrollten Ultra-Gruppen provokative Banner gegen den ehemaligen Vereinspräsidenten Clemens Tönnies. Eine Gruppe ehemaliger Funktionäre und Sponsoren fordert nun rechtliche Konsequenzen gegen die Ultras. Schalke verteidigte zwar die Meinungsfreiheit, rief die Anhänger aber gleichzeitig zu Einheit und respektvollem Verhalten auf.
Der Aufstieg ist damit in akute Gefahr: Der Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsplätze schmolz auf nur noch zwei Punkte zusammen. Während die sportliche Krise anhält, belasten interne Zerwürfnisse und Fanproteste das Klima. Um die Saison noch zu retten, muss der Verein sowohl die Leistungen auf dem Platz stabilisieren als auch die Konflikte abseits des Rasens lösen.
Neuer Cheftrainer trotz Krise ernannt
Der FC Schalke 04 hat Kees van Wonderen als Cheftrainer mit einem Vertrag bis 2026 verpflichtet. Dies folgt auf interne Streitigkeiten um den ehemaligen Trainer Miron Muslic und soll dem Team während seines laufenden Abstiegskampfes Stabilität verleihen.