Sabotagewelle 2025: Wie Deutschlands Verkehrsinfrastruktur zum Ziel wurde
Isabella ReinhardtSabotagewelle 2025: Wie Deutschlands Verkehrsinfrastruktur zum Ziel wurde
Anschläge auf deutsche Verkehrsinfrastruktur nahmen 2025 drastisch zu
Im Jahr 2025 stieg die Zahl gezielter Angriffe auf die deutsche Verkehrsinfrastruktur stark an. Die Behörden verzeichneten 93 als Straftaten eingestufte Vorfälle – ein Anstieg gegenüber 78 im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Zu den Zwischenfällen zählten Gleissabotage, Cyberangriffe und geplante Bombenanschläge.
Das Jahr begann mit der Entgleisung eines Güterzugs zwischen Essen und Oberhausen am 12. Januar. Ermittler fanden eine Metallklemme auf den Schienen, die die Achse der Lokomotive aus den Gleisen gezwungen hatte.
Im Herbst zielten zwei Ukrainer, die im Auftrag Russlands handelten, auf eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin. Kurz darauf sollte ein US-Militärkonvoi dieselbe Route nutzen. Der Angriff war Teil eines größeren Musters von Sabotageakten im Verkehrssektor, die auch den Luft- und Schiffsverkehr betrafen.
Die Bundesanwaltschaft nahm später drei Männer fest, die der Planung von Brand- und Bombenanschlägen auf den Güterverkehr beschuldigt wurden. Im selben Jahr wurden zudem zwölf Straftaten unter der neuen Rechtskategorie „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ erfasst – ein Begriff, der in den beiden Vorjahren noch nicht verwendet worden war.
Auch Cyberbedrohungen nahmen zu. Im Juli legte ein DDoS-Angriff das S-Bahn-System in Hannover lahm. Die prorussische Gruppe NoName057(16) bekannte sich zu der Tat.
Die Zunahme der Angriffe stellt eine erhebliche Steigerung der gezielten Störungen im deutschen Verkehrssystem dar. Spätestens seit 2022 kommt es wiederholt zu mutmaßlichen Sabotageakten an Schienennetzen. Die Behörden ermitteln weiterhin und reagieren auf die wachsende Bedrohungslage.
