NRW verschärft Steuerregeln für Influencer – was jetzt auf Content-Creator zukommt
Ante TextorNRW verschärft Steuerregeln für Influencer – was jetzt auf Content-Creator zukommt
Influencer in Nordrhein-Westfalen müssen künftig strengere Steuerregeln beachten. Die Behörden haben klargestellt, dass alle, die über soziale Medien Geld verdienen, bestimmte steuerliche Pflichten erfüllen müssen. Die Verschärfung kommt, während in ganz Deutschland Tausende Fälle wegen nicht gezahlter Steuern überprüft werden.
Wer durch die Erstellung von Inhalten Einnahmen erzielt, muss ein Gewerbe anmelden – es sei denn, er fällt unter bestimmte Freiberufler-Ausnahmen. Nach der Anmeldung haben Betroffene einen Monat Zeit, einen steuerlichen Fragebogen an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.
Sämtliche Einnahmen aus Werbekooperationen, Merchandise-Verkäufen oder Affiliate-Marketing müssen versteuert werden. Selbst Geschenke, kostenlose Produkte oder Sachleistungen gelten als steuerpflichtiges Einkommen. Auch der Wert von Artikeln, die für Reviews oder Sponsoring erhalten werden, muss angegeben werden.
Ausgaben, die mit der Influencer-Tätigkeit zusammenhängen – etwa für Equipment, Reisen oder Bearbeitungssoftware –, können abgesetzt werden. Allerdings müssen Belege und Finanzunterlagen mindestens sechs Jahre lang aufbewahrt werden, falls eine Steuerprüfung ansteht. Die Einkommensteuererklärung ist bis zum 31. Juli des Folgejahres abzugeben, wobei Fristverlängerungen möglich sind, wenn ein Steuerberater eingeschaltet wird.
Unternehmen mit einem Umsatz von unter 24.500 Euro sind von der Gewerbesteuer befreit, allerdings können Einkommensteuer oder Mehrwertsteuer trotzdem anfallen. Die Initiative folgt Ermittlungen gegen rund 60.000 Influencer bundesweit, bei denen schätzungsweise 1,4 Milliarden Euro an Steuernachzahlungen festgestellt wurden. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 7.000 Influencer identifiziert, die etwa 300 Millionen Euro nachzahlen müssen – daraus resultieren bereits rund 200 Strafverfahren. Auch Bayern hat sich der Aktion angeschlossen.
Ziel der neuen Regelungen ist es, die Steuerkonformität von Influencern sicherzustellen. Wer Einnahmen nicht deklariert oder keine ordnungsgemäßen Aufzeichnungen führt, muss mit Strafen oder rechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Behörden haben angekündigt, dass die Kontrollen in den kommenden Jahren weitergeführt werden.
NRW launched a dedicated tax hub for influencers in August 2025
The state of Nordrhein-Westfalen introduced a centralized tax information portal for influencers on 14 August 2025. The website finanzamt.nrw.de/Influencer provides step-by-step guidance on registering businesses, declaring all income types (sponsorships, merchandise, gifts), and handling taxes like Einkommensteuer and Umsatzsteuer. This proactive measure preceded the widespread audits and penalties mentioned in the article, showing the state's focus on clarity before enforcement.





