16 April 2026, 20:12

NRW lässt alte Holzöfen trotz Verbots weiterlaufen – warum die Luft leidet

Altmodischer Holzofen mit Metall- und Holzkonstruktion, Schornstein, auf einem Ziegelboden an einer Wand.

NRW lässt alte Holzöfen trotz Verbots weiterlaufen – warum die Luft leidet

Deutschland hat die Vorschriften für Holzöfen verschärft, um schädliche Luftverschmutzung zu reduzieren. Seit diesem Jahr sind ältere Öfen, die zu viele Feinstaubpartikel ausstoßen, offiziell verboten. Doch in Nordrhein-Westfalen (NRW) fehlt es an klaren rechtlichen Vorgaben – weshalb viele nicht konforme Öfen trotz drohender hoher Bußgelder weiterbetrieben werden.

Das Problem geht auf ein Bundesgesetz aus dem Jahr 2010 zurück, das den schrittweisen Ausstieg aus alten, umweltschädlichen Öfen bis 2024 vorsah. Die Erste Bundesimmissionsschutzverordnung setzte strengere Grenzwerte für Emissionen fest und zielte dabei besonders auf Öfen ab, die übermäßig viele Feinstaubpartikel freisetzen – ein Hauptverursacher von Luftverschmutzung, vor allem im Winter. Moderne Öfen stoßen deutlich weniger Feinstaub aus als ältere Modelle, doch viele Haushalte nutzen nach wie vor veraltete Geräte.

In NRW befinden sich Schornsteinfeger jedoch in einer rechtlichen Grauzone. Ohne landesweite Regelungen können sie das Verbot nicht durchsetzen oder gegen nicht konforme Öfen vorgehen. Diese Lücke ermöglicht es vielen Anwohnern, weiterhin alte Modelle zu betreiben – obwohl Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.

Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) kündigte kürzlich neue Leitlinien für Schornsteinfeger an, die ab Januar 2026 in Kraft treten sollen. Kritiker bemängeln, dass der Zeitplan problematisch ist, da die Verzögerung Städte unvorbereitet in den kommenden Winter gehen lässt – eine Zeit, in der die Belastung durch Heizungsemissionen typischerweise stark ansteigt. Aktivisten wie Thomas Mücher, Gründer von Luft Köln, setzen sich seit Langem für strengere Kontrollen ein, um die Feinstaubbelastung zu senken und die öffentliche Gesundheit zu schützen.

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Das Verbot für Öfen mit hohen Emissionen gilt zwar bereits, doch die Umsetzung bleibt in Deutschland uneinheitlich. Da NRW über kein rechtliches Rahmenwerk verfügt, werden viele umweltschädliche Öfen voraussichtlich noch monate- oder sogar jahrelang in Betrieb bleiben, bevor Inspektionen beginnen. Bis dahin bestehen sowohl das Risiko von Bußgeldern als auch die Belastung für die lokalen Behörden fort.

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