NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein
Ante TextorNRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaik ein
Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, um verschiedene Teilbereiche dieser Anlagen zu klassifizieren, und damit eine Standardisierung der Ausgleichsberechnungen im gesamten Bundesland angestrebt.
Der Leitfaden nutzt eine Skala von null bis fünf, um Teilflächen von Photovoltaikanlagen zu bewerten. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet.
Auch die Flächen direkt unter den Solarmodulen werden in der Regel mit einem Punkt eingestuft und sind damit ökologisch mit Schotterwegen vergleichbar. Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Biotoptyp und kann zu einem Abzug von bis zu einem Punkt führen.
Für eine naturnahe Gestaltung empfiehlt die Behörde einen Reihenabstand von mindestens fünf Metern. Zudem sollten die Modultische eine lichte Höhe von mindestens 0,8 Metern aufweisen. Nordrhein-Westfalen plant, seine Photovoltaik-Kapazität von derzeit 13,21 Gigawatt auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 auszubauen, mit einem langfristigen Ziel von 50 Gigawatt bis 2040.
Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen hat jedoch Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig angesetzt sei.
Der Leitfaden soll eine einheitliche Vorgehensweise bei der Berechnung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen im Land schaffen. Seine Umsetzung wird beeinflussen, wie zukünftige Photovoltaik-Projekte geplant und bewertet werden. Die Empfehlungen der Behörde zielen darauf ab, den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Schutz der Umwelt in Einklang zu bringen.
