Neues Biotop am Amtshausberg soll Zauneidechsen im Kreis Herford retten
Ferdinand WeimerNeues Biotop am Amtshausberg soll Zauneidechsen im Kreis Herford retten
Kreis Herford ergreift dringende Maßnahmen zum Schutz der seltenen Zauneidechse
Die Zauneidechse, eine Art, die in der Region nur noch in wenigen Gebieten vorkommt, soll im Kreis Herford durch ein neues Projekt geschützt werden. Da die Bestände durch den Verlust ihres Lebensraums schrumpfen, haben die Behörden in der Nähe von Schloss Vlotho ein Vorhaben gestartet, um den Reptilien und anderen bedrohten Wildtieren ein neues Zuhause zu schaffen.
Die Bauarbeiten werden vorübergehend einen beliebten Wanderweg sperren, doch die Verantwortlichen hoffen, dass der langfristige Nutzen die kurzfristigen Einschränkungen überwiegt.
Die Zauneidechse, eine in Deutschland streng geschützte Art, gedeiht in warmen, offenen Landschaften mit lockerem Boden. Durch Flussbegradigungen und befestigte Ufer sind jedoch große Teile ihres natürlichen Lebensraums zerstört worden. Im Kreis Herford gibt es nur noch wenige Populationen – vor allem rund um Vlotho.
Um die Art zu retten, hat die Untere Naturschutzbehörde einen 1.400 Quadratmeter großen Hang am Amtshausberg in der Nähe von Schloss Vlotho freigeräumt. Das Gelände wird mit flachen, terrassierten Böschungen, Steinhaufen und Felsrücken umgestaltet – Strukturen, die speziell auf die Bedürfnisse der Zauneidechse zugeschnitten sind. Darunter entstehen artenreiche Magerwiesen, die Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge fördern sollen.
Die Bauarbeiten am Amtshausberg sollen im November 2025 beginnen, sofern das Wetter es zulässt. Während dieser Zeit wird der Coringenweg unterhalb des Schlosses gesperrt; Wanderer werden über den Apothekerweg umgeleitet. Die Verwaltung bittet die Bevölkerung um Geduld und betont die Bedeutung des Projekts.
Das Vorhaben knüpft an eine erfolgreiche Umsiedlung während der Sanierung von Schloss Vlotho an, als die dortigen Eidechsen in ein temporäres Habitat verlegt wurden. Bis 2025 hatten sie sich dort bereits vermehrt. Zwar verliert der neue Hang seinen Waldstatus, doch als Ausgleich pflanzt der Kreis Herford auf 3.000 Quadratmetern Ersatzwald im Vlothoer Ortsteil Exter an.
Das neue Biotop soll die Zukunft der Zauneidechse im Kreis Herford sichern. Nach Fertigstellung wird das Gelände den Reptilien und anderen seltenen Arten einen dauerhaften Rückzugsort bieten. Der Coringenweg steht Wanderern nach Abschluss der Arbeiten wieder offen – wenn auch in einer deutlich veränderten Landschaft.






