Münsteraner Mieter kämpfen gegen explodierende Heizkosten durch Wärmepumpen-Contracting
Ferdinand WeimerMünsteraner Mieter kämpfen gegen explodierende Heizkosten durch Wärmepumpen-Contracting
Mieter in einer Münsteraner Wohnanlage sehen sich mit drastischen Erhöhungen der Heizkosten konfrontiert, nachdem Pläne für die Installation dezentraler Wärmepumpen bekannt wurden. Die Wohnungsbaugesellschaft LEG hat ein neues Contracting-Modell eingeführt, das die Kosten weit über die gesetzlichen Grenzen treibt. Der Schritt stößt bei Mietervertretern auf scharfe Kritik und führte zu einem vorläufigen Stopp des Modernisierungsprojekts.
Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) dürfen Vermieter Modernisierungskosten von bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter auf die Mieter umlegen. Diese Regelung gilt jedoch nicht bei Contracting-Vereinbarungen. LEG setzt auf Wärmepumpen-Contracting für einzelne Wohneinheiten – ein Vorgehen, das Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen infrage stellt.
Laut dem neuen Modell wird Mieterin Ines Rodriguez künftig 2.486 Euro jährlich für die Heizung zahlen müssen – 806 Euro mehr als mit ihrer bisherigen gasbetriebenen Heizung. Die monatliche Grundgebühr für das Contracting beträgt 140 Euro, was zu Kosten von 1,80 Euro pro Quadratmeter führt und damit deutlich über der GEG-Obergrenze von 0,50 Euro liegt. Zudem können Vermieter eigene Gemeinschaftsunternehmen für Installation und Wartung gründen, um so Ausschreibungsverfahren zu umgehen.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt Contracting als legitimes Modell für Gewerbe- und Wohnimmobilien, sofern die Kosten angemessen und transparent bleiben. Nach einem Bericht des NDR, der die Problematik aufgriff, kündigte LEG an, die Heizungsmodernisierung in Münster vorerst auszusetzen.
Das Contracting-Modell wirft Fragen zur Bezahlbarkeit für Mieter auf. Der vorläufige Stopp des Projekts durch LEG folgt auf öffentliche Kritik und Proteste der Betroffenen. Sollte das neue System umgesetzt werden, stiegen die Heizkosten für die betroffenen Haushalte deutlich an.
