Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Isabella ReinhardtMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in Deutschland. Nach einer erfolgreichen Probezeit wechselte sie im Februar 2023 zum Bayerischen Rundfunk (BR24). Ihre Ernennung markiert einen bedeutenden Schritt für die Medienrepräsentation im Land.
Kottmann begann ihre Karriere 1997 beim Bayerischen Rundfunk, wo sie zunächst hinter der Kamera arbeitete, bevor sie vor die Kamera wechselte. Als BR24 im Jahr 2023 eine Stelle als Nachrichtensprecherin ausschrieb, nahm sie im Herbst an einer einwöchigen Probe teil.
Zuschauer und Kollegen lobten ihre Leistung während der Testphase. Ihre Professionalität und souveräne Präsenz vor der Kamera überzeugten die Verantwortlichen – seit dem 12. Februar 2023 gehört sie fest zum BR24-Nachrichtenteam.
Mittlerweile moderiert Kottmann die Hauptnachrichtensendungen um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr. Die an Multipler Sklerose erkrankte Journalistin nutzt einen Rollstuhl und bricht damit Barrieren im deutschen Fernsehen. Neben ihrer Arbeit setzt sie sich aktiv für mehr Vielfalt in den Medien ein.
Durch ihre Sichtbarkeit ist sie zu einem Vorbild für Menschen mit körperlichen Behinderungen geworden. Viele sehen in ihr den Beweis, dass Talent und Entschlossenheit selbst langjährige Branchenhürden überwinden können.
Kottmanns tägliche Auftritte bei BR24 stellen traditionelle Vorstellungen von Nachrichtensprechern infrage. Sie bringt Erfahrung, Kompetenz und eine frische Perspektive in die Rolle ein. Ihre Präsenz auf dem Bildschirm spiegelt den wachsenden Anspruch nach Inklusion im deutschen Rundfunk wider.






