14 March 2026, 12:10

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2026 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2026 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag, dem 13. Januar 2026, im historischen Krönungssaal von Aachen statt. Kolesnikowa hatte zuvor fünf Jahre im Gefängnis verbracht, bevor sie im Dezember 2025 freigelassen wurde.

Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis würdigt Verdienste um die europäische Einigung. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. In diesem Jahr ging die Ehre auch an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und italienischen Ministerpräsidenten, der als Laureat 2026 ausgezeichnet wurde.

Kolesnikowas Inhaftierung begann 2020 nach Massenprotesten gegen das Regime von Alexander Lukaschenko. Wegen ihres Engagements gegen die autoritäre Führung wurde sie zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt. Trotz der Risiken lehnte sie ein Exil ab und blieb in Belarus – obwohl sie als ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin hätte ins Ausland gehen können.

Noch während ihrer Haftzeit erhielt sie 2022 den Karlspreis als "kraftvolles Zeichen der Solidarität". Ihre Freilassung erfolgte am 13. Dezember 2025 im Rahmen einer größeren Amnestie, durch die 123 politische Gefangene entlassen wurden. Seither hat sie in Deutschland politisches Asyl erhalten.

Belarus hat in jüngster Zeit diplomatische Initiativen ergriffen, darunter Gespräche mit den Taliban im Februar 2026 und die Bestätigung der Beziehungen zu den Vereinten Nationen. UN-Experten berichten jedoch, dass die Repression anhält – einige der freigelassenen Häftlinge droht sogar die Abschiebung. Seit den Entlassungen gab es zwar keine größeren Proteste gegen Lukaschenko, doch Analysten warnen vor Risiken für die Stabilität des Regimes durch eine begrenzte Annäherung an den Westen.

Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht ihren langjährigen Kampf für demokratische Rechte in Belarus. Ihr Fall bleibt ein zentraler Bezugspunkt in der Debatte über politische Unterdrückung und europäische Solidarität. Das Regime in Minsk hingegen laviert weiterhin zwischen begrenzten Reformen und anhaltender Kontrolle.

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