Klesch Group übernimmt BP-Raffinerie in Gelsenkirchen bis 2026
Die Klesch Group hat sich darauf verständigt, die Raffinerie von BP in Gelsenkirchen zu übernehmen – einen der größten integrierten petrochemischen Standorte Europas. Der Abschluss des Geschäfts ist für Mitte 2026 vorgesehen. Damit übernimmt der unabhängige Betreiber eine Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet und rund 2.300 Mitarbeiter beschäftigt. Rechtlich begleitet wurde die Transaktion von der Kanzlei Clifford Chance.
Die Raffinerie in Gelsenkirchen ist Deutschlands zweitgrößter Ethylenproduzent, doch die Produktion ist in den vergangenen Jahren gesunken. Zwischen 2021 und 2025 fiel die Ethylenherstellung von etwa 450.000 Tonnen auf unter 300.000 Tonnen. Dieser Rückgang folgte auf Wartungsstillstände und eine strategische Neuausrichtung hin zu Diesel, Biokraftstoffen und Wasserstoff. Während andere große europäische Raffinerien wie TotalEnergies in Antwerpen und ExxonMobil in Rotterdam ihre Ethylenproduktion durch Modernisierungen um 5–10 % steigerten, reduzierte Gelsenkirchen den Ethylenanteil von 15 % auf nur noch 8 % der Gesamtproduktion.
Die Klesch Group, 1990 gegründet, betreibt bereits zwei Raffinerien: Heide in Deutschland und Kalundborg in Dänemark. Das Unternehmen beschäftigt an seinen Standorten etwa 1.000 Mitarbeiter. Mit der Übernahme in Gelsenkirchen erweitert es sein Portfolio deutlich um eine Raffinerie, die vor allem die chemische Industrie mit Erdölprodukten beliefert.
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll im zweiten Quartal 2026 finalisiert werden.
Sobald das Geschäft vollzogen ist, geht eine der wichtigsten Raffinerien Deutschlands in den Besitz der Klesch Group über. Der Fokus der Anlage auf Biokraftstoffe und Wasserstoff entspricht den Branchenentwicklungen, auch wenn die Ethylenkapazitäten geschrumpft sind. Die endgültige Zeitplanung für die Übernahme hängt von den noch ausstehenden regulatorischen Freigaben ab.






