HHU Düsseldorf entwickelt umweltfreundliches Bakterien-Pestizid mit Millionenförderung
Bernhard WeinholdHHU Düsseldorf entwickelt umweltfreundliches Bakterien-Pestizid mit Millionenförderung
Eine Nachwuchsforschungsgruppe der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) wird in den nächsten fünf Jahren ein umweltfreundliches Pestizid auf Basis von Bakterien entwickeln. Das unter der Leitung von Dr. St. Elmo Wilken stehende Projekt zielt darauf ab, eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen chemischen Pestiziden zu schaffen. Dafür wurden rund 2,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bewilligt.
Das Team setzt auf ein biotechnologisches Verfahren mit dem Bakterium Vibrio natriegens. Dabei wird der Biosyntheseweg von Pyrethrin auf eine Bakteriengemeinschaft verteilt, um die Produktions Effizienz zu steigern. Pyrethrine, die wirksamen Verbindungen, stammen natürlich aus der Dalmatinischen Insektenblume und gelten als effektive Bio-Pestizide.
Das Vorhaben mit dem Namen PyreComm ist Teil der Initiative „Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie“ und fördert junge Forscher:innen bei der Erschließung neuer Anwendungen für die Bioökonomie. Ziel ist die Entwicklung eines kostengünstigen Bio-Pestizids, das im Einklang mit der EU-Farm-to-Fork-Strategie steht – diese sieht beschleunigte Zulassungen für nachhaltige Lösungen vor.
Die Arbeit unterstützt zudem die Nationale Bioökonomiestrategie Deutschlands, die den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft vorantreibt. Im Mittelpunkt stehen erneuerbare Ressourcen und ein effizienterer Rohstoffeinsatz. Die Initiative fördert die Zusammenarbeit zwischen jungen und erfahrenen Wissenschaftler:innen, um Forschungsherausforderungen zu bewältigen.
Erwartet wird ein skalierbarer, halb-synthetischer Prozess für Pyrethrin-basierte Pestizide. Diese Verbindungen bieten eine sicherere Alternative zu konventionellen Pestiziden, die oft nützliche Insekten schädigen und langfristig in der Umwelt verbleiben. Bei Erfolg könnte das Projekt zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft und größerer Ernährungssicherheit beitragen.
