Hagen bleibt ohne Apotheken: Massenprotest für faire Löhne und Reformen
Ante TextorHagen bleibt ohne Apotheken: Massenprotest für faire Löhne und Reformen
Alle 27 Apotheken in Hagen schließen am 23. März 2024 ihre Türen – als Teil eines Massenprotests. Nur die bereithaltende Victoria-Apotheke in Wehringhausen bleibt für Notfälle geöffnet. Die Mitarbeiter aller geschlossenen Standorte reisen nach Düsseldorf, um an einer Kundgebung für dringende Reformen teilzunehmen.
Der Streik ist der vorläufige Höhepunkt monatelanger wachsender Verärgerung unter den Apothekeninhabern. Sie werfen den Krankenkassen Doppelstandards vor: Während andere Branchen Gehaltserhöhungen erhalten, werden Anpassungen für Apotheken verschleppt. Die Verzögerungen führen dazu, dass Beschäftigte auf längst fällige Lohnerhöhungen warten – die Besitzer sehen sich nun zum Handeln gezwungen.
Dies ist nicht der erste Protest dieser Art. Bereits im November 2023 hatten sich rund 3.500 Apotheken aus Brandenburg, Dresden, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt am Theaterplatz vor der Dresdner Semperoper versammelt. Ihre Botschaft war eindeutig: Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Reformen müssen endlich umgesetzt werden.
Nun schließen sich Hagens Apotheker der Forderung an. Sie verlangen eine fairere Vergütung und die längst überfällige Apothekenreform. Gesundheitsministerin Nina Warken gerät zunehmend unter Druck, ihre Zusagen einzulösen. Die Inhaber bestehen darauf, dass nur eine verhandelte Lösung den Weg nach vorne weist.
Mit nur einer einzigen geöffneten Apotheke für den Notdienst soll die Demonstration in Düsseldorf Geschlossenheit zeigen. Das Ziel: die Politik zum Handeln bewegen, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.
Der eintägige Streik lässt Hagen mit nur einer funktionierenden Apotheke für Notfälle zurück. Mitarbeiter und Besitzer hoffen, dass ihre Abwesenheit den Druck auf schnelleren Fortschritt bei Lohnanpassungen und Reformen erhöht. Ohne Veränderungen drohten weitere Störungen in der gesamten Region, warnen sie.






