14 March 2026, 06:26

Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See

Ein Schwarz-Weiß-Entwurf eines Grundrisses eines Hauses mit mehreren Räumen, die mit Details über die Raumanzahl und -größen beschriftet sind, der als die Villa in Dresden, Deutschland, identifiziert wird.

Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See

Günther Jauch hat das historische Anwesen von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen gehörte einst dem legendären deutschen Komiker, der unter seinem Künstlernamen Loriot weltbekannt wurde. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, ist nun der neue Besitzer des Anwesens.

Vicco von Bülow entstammte einer adligen mecklenburgischen Familie, deren Wappen einen goldenen Pirol zeigte – die Inspiration für seinen Künstlernamen Loriot. Bevor er als Filmemacher bekannt wurde, veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick. Sein scharfer Witz und seine beobachtende Komik machten ihn zu einer Ikone der deutschen Unterhaltungskultur.

Viele von Loriots berühmtesten Werken entstanden fernab seines Hauses am Starnberger See. Der Ballsaal des Münchner Bayerischen Hofs diente als Kulisse für Szenen aus Ödipussi (1988), während Teile des Imperiale Palace Hotels in Santa Margherita Ligure, Italien, ebenfalls im Film zu sehen waren. Pappa ante Portas (1991) wurde in Münchner Studios sowie an Originalschauplätzen in Feldafing und Tutzing am See gedreht. Selbst seine Herren im Bad-Sketchs entstanden im Löwenbräukeller in München.

Trotz des Besitzes des Anwesens am Starnberger See wählte Loriot für seine Produktionen oft andere Drehorte. Sein 1976 entstandener Sketch Zimmerverwüstung zeigte sein Talent, aus kleinen Missgeschicken chaotische Katastrophen zu machen. Sowohl in Ödipussi als auch in Pappa ante Portas spielte Evelyn Hamann mit, seine langjährige Partnerin seit 1976. Im letzteren Film löst die Entlassung von Heinrich Lohse aus dem Axel-Springer-Hochhaus in Berlin den Zusammenbruch der Familie aus.

Jauch ist es nicht neu, kulturelle Denkmäler zu bewahren. Er unterstützte bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam. Mit dem Kauf von Loriots Haus unterstreicht er sein Engagement für den Erhalt eines weiteren Stücks deutschen Kulturerbes.

Der Verkauf markiert ein neues Kapitel für das Anwesen am Starnberger See, das nun in Jauchs Obhut steht. Loriots Vermächtnis lebt weiter durch seine Filme, Sketche und Schriften – viele davon weit entfernt von diesem Ort entstanden. Das Haus selbst bleibt eine greifbare Verbindung zu einem der beliebtesten Komiker Deutschlands.

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