22 March 2026, 12:13

Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – was das für Fluggäste bedeutet

Schwarzes und weißes Bild von Menschen mit Gepäck in einem Flughafen, Schließfächer sind im Hintergrund sichtbar.

Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – was das für Fluggäste bedeutet

Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling für ungerecht gegenüber Passagieren erklärt und damit gekippt. Die Entscheidung folgt auf eine Klage des Verbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), der argumentierte, dass zusätzliche Gebühren für standardmäßiges Kabinengepäck gegen EU-Recht verstoßen. Das Urteil könnte nun Fluggesellschaften in ganz Europa zwingen, ihre Gepäckbestimmungen zu überarbeiten.

Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass Vueling das kostenlose Handgepäck nicht auf eine winzige Tasche mit den Maßen 20 x 30 x 40 Zentimeter beschränken darf. Die Airline hatte Passagieren für größere Kabinenstücke zusätzliche Gebühren berechnet, doch das Gericht stellte klar: Handgepäck sei ein grundlegender Bestandteil des Flugreise und müsse in angemessener Größe ohne Zusatzkosten erlaubt sein.

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Der vzbv, der den Rechtsstreit angestoßen hatte, hat ebenfalls Klage gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air wegen ähnlicher Praktiken eingereicht. Ramona Popp, die Vorstandsvorsitzende der Organisation, kritisierte, dass Airlines nur extrem kleine Taschen ohne Aufpreis zuließen. Sie forderte klare EU-weite Vorgaben, darunter ein standardmäßiges kostenloses Handgepäckstück mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtgröße und bis zu 10 Kilogramm Gewicht.

Bisher gab es in der EU keine spezifischen Regelungen zu Handgepäckgrößen – die Entscheidungen lagen im Ermessen der einzelnen Fluggesellschaften, gestützt auf allgemeine Passagierrechte. Doch durch wachsenden Druck von Verbraucherschützern und aktuelle juristische Auseinandersetzungen rückt das Thema nun in den Fokus.

Das Urteil zwingt Vueling, seine Handgepäckrichtlinien umgehend anzupassen. Auch andere Airlines könnten mit Klagen konfrontiert werden, sollten sie weiterhin Gebühren für Kabinengepäck in Standardgröße erheben. Die Entscheidung setzt einen Präzedenzfall, der zu strengeren EU-Vorschriften für Gepäckfreikontingente führen könnte.

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