Gemeinsame Netzzugänge sollen Solar- und Windenergie effizienter machen
Isabella ReinhardtGemeinsame Netzzugänge sollen Solar- und Windenergie effizienter machen
Institut für Energiewirtschaft (EWI) der Universität zu Köln schlägt gemeinsame Netzzugangspunkte für Solar-, Windenergie und Batteriespeicher vor
Das Institut für Energiewirtschaft (EWI) an der Universität zu Köln hat ein Modell für gemeinsame Netzzugangspunkte für Solaranlagen, Windkraft und Batteriespeicher entwickelt. Damit soll die Effizienz im deutschen Erneuerbaren-Sektor gesteigert werden. Der Vorschlag passt zum neuen „Solarspitzen-Gesetz“, das gemeinsame Anschlüsse für Erneuerbare-Energien-Anlagen fördert.
Bisher werden Erneuerbare-Energien-Anlagen oft nach ihrer Nennspitzenleistung an das Netz angeschlossen. Da Solar- und Windstromspitzen jedoch selten gleichzeitig auftreten, bleibt die Netzauslastung häufig hinter den Möglichkeiten zurück. Gemeinsame Zugangspunkte würden es mehreren Energiequellen ermöglichen, dieselbe Anschlusskapazität zu nutzen – und so Verschwendung reduzieren sowie die Auslastung verbessern.
Netzbetreiber stehen unter Druck, die Netze aufgrund der steigenden Nachfrage nach Anschlüssen für Erneuerbare auszubauen. Bis 2045 werden für die Verteilnetze durchschnittliche Investitionen von rund 350 Milliarden Euro erforderlich sein. Das EWI-Modell könnte die jährlichen Netzausbaukosten im Vergleich zur aktuellen Praxis um 1,8 Milliarden Euro senken.
Batteriespeicher spielen in diesem Konzept eine zentrale Rolle: Sie helfen, Energieverluste zu minimieren und den Bedarf an Abregelungen zu verringern. Allerdings könnten gemeinsame Anschlüsse in manchen Fällen häufigere Abregelungen von Ökostrom erfordern. Der Nettovorteil durch geringere Netzkosten und zusätzliche abgegeltene Energie wird dennoch auf 800 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.
Der Vorschlag bietet erhebliche Kosteneinsparungen und eine bessere Netzauslastung. Er könnte die finanzielle Belastung der Netzbetreiber verringern und gleichzeitig die deutschen Klimaziele im Energiesektor unterstützen. Gemeinsame Netzzugänge stellen eine praktikable Lösung für aktuelle Herausforderungen der Branche dar.
