Europas Industrie warnt vor Kollaps durch hohe CO₂-Kosten im EU-Emissionshandel
Ferdinand WeimerEuropas Industrie warnt vor Kollaps durch hohe CO₂-Kosten im EU-Emissionshandel
Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen fordern dringendes Handeln im Rahmen des EU-Emissionshandels (EU-ETS). In einem Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides warnen die Konzerne vor steigenden Kosten und Schäden für die industrielle Basis Europas. Zu den Unterzeichnern zählen Branchengrößen wie ArcelorMittal, BP und BASF.
Das EU-Klimapaket „Fit for 55“ hat schrittweise die kostenlosen Verschmutzungszertifikate für Industrieanlagen abgeschafft. Unternehmen müssen nun den Großteil der Emissionsrechte auf dem Markt erwerben – was die Kosten in die Höhe treibt, wenn die Emissionsreduktionen hinter der schrumpfenden Verfügbarkeit von Zertifikaten zurückbleiben. Die Einnahmen aus dem System fließen in Klimaprojekte wie den Ausbau von Wasserstoffnetzen.
In dem Brief argumentieren die Unternehmen, Europa handle mit den hohen CO₂-Kosten für seine Industrien allein. Das Emissionshandelssystem entspreche nicht mehr den globalen Realitäten. Zudem fehle es an Infrastruktur für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport – ein Hindernis für die industrielle Transformation.
Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Diese Abgabe zielt auf kohlenstoffintensive Importe ab, nimmt aber Länder mit eigenem Emissionshandelssystem aus. Die Firmen fordern nun sofortige Maßnahmen, um die Kostensteigerungen zu bremsen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu sichern.
Die Hersteller verlangen in ihrem Schreiben eine rasche Intervention, um die Kosten zu stabilisieren und die industrielle Wende zu unterstützen. Ohne ausreichende Infrastruktur und überarbeitete Politiken drohten weitere Schäden für die wirtschaftliche Basis Europas, warnen sie. Zwar reinvestiert die EU die Einnahmen aus dem Emissionshandel in Klimaprojekte, doch die Industrieführer betonen, der aktuelle Kurs riskiere eine Isolation europäischer Unternehmen.
