Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung des Bonatz-Baus
Isabella ReinhardtDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung des Bonatz-Baus
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Stattdessen schlägt Oberbürgermeister Stephan Keller nun vor, das bestehende Bonatz-Opernhaus am Hofgarten umfassend zu modernisieren. Die Entscheidung folgt auf stark gestiegene Kosten, die das ursprüngliche Projekt undurchführbar machten.
Ursprünglich wollte die Stadt ihr Nachkriegs-Opernhaus durch Snøhettas modernen Entwurf ersetzen. Die Baukosten für den Neubau waren jedoch auf 1,8 Milliarden Euro explodiert, sodass die Verantwortlichen das Vorhaben stoppen mussten. Düsseldorf hatte bereits das Wehrhahn-Gelände für 137 Millionen Euro erworben – ein Teil des nun gescheiterten Plans.
Nach dem neuen Konzept soll das bestehende Opernhaus grundlegend saniert werden. Die Entwürfe des Büros raumwerk sehen vor, das Gebäude mit einer zweiten Hülle zu ummanteln, das Foyer zu erweitern und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Durch eine durchdachte Landschaftsgestaltung könnte der Bau zudem optisch besser an die benachbarten Kultureinrichtungen angebunden werden. Die vollständige Modernisierung des Bonatz-Baus könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten.
In Rostock endete kürzlich ein separater Theaterstreit. Der von der CDU geführte Stadtrat hatte vorgeschlagen, das 1943 erbaute Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte das Gebäude unter Schutz und verhinderte so den Abriss. Der Neubau eines Theaters nach Plänen von Hascher Jehle schreitet nun voran – mit einem geschätzten Budget von 208 Millionen Euro.
Düsseldorfs Strategiewechsel bedeutet, dass das historische Opernhaus zwar erhalten bleibt, aber mit deutlichen Verbesserungen. Rostocks Volkstheater wurde vor dem Abriss bewahrt, und sein Ersatz ist bereits im Bau. Beide Städte setzen nun auf kostengünstigere Lösungen für ihre Kulturstätten.
