Berlins Buchstabenmuseum schließt – 3.500 Neonleuchten suchen ein neues Zuhause
Isabella ReinhardtBerlins Buchstabenmuseum schließt – 3.500 Neonleuchten suchen ein neues Zuhause
Berlins Buchstabenmuseum schließt am Montag seine Pforten – 3.500 Neonleuchtreklamen suchen ein neues Zuhause
Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonleuchtschriften ausgestellt sind, wird am Montag seine Türen für immer schließen. Steigende Kosten und rückläufige Besucherzahlen seit der Pandemie haben den Betrieb unwirtschaftlich gemacht. Zu den Schätzen der Sammlung gehört das ikonische "Dekorative Fisch"-Schild, ein Relikt aus dem Ost-Berlin der 1980er-Jahre.
Das "Dekorative Fisch"-Schild erleuchtete vor fast 40 Jahren erstmals das Frankfurter Tor in Friedrichshain. Entworfen zu Beginn der 1980er-Jahre, warb seine farbenfrohe Neonröhren-Konstruktion ursprünglich für ein lokales Zoogeschäft. Nach seiner Demontage wurde 1999 ein Replikat angefertigt, während das Original einen festen Platz in der Museumssammlung fand.
Die Museumsgründerin Barbara Dechant trägt seit Jahren die finanzielle Last. Unterstützung durch einen Verein und ehrenamtliche Helfer:innen hielten das Museum am Laufen, doch explodierende Energiekosten und Betriebskosten zwingen nun zur Schließung. Die Besucherzahlen sind seit der Pandemie um die Hälfte eingebrochen – für das Museum war dies das endgültige Aus.
Die Sammlung bewahrt weit mehr als nur Neonbuchstaben – sie konserviert ein Stück Berliner Geschichte. Viele Schilder stammen noch aus der DDR-Zeit und geben Einblick in das Design des Ostens. Da noch kein neuer Standort gefunden wurde, bleibt das Museum vorerst bis Jahresende in seinen aktuellen Räumen. Hinter den Kulissen läuft die Suche nach Lagerflächen und einer Partnerinstitution, um den Erhalt der Leuchtschriften langfristig zu sichern.
Mit der Schließung bleibt das Schicksal der 3.500 Exponate ungewiss. Der "Dekorative Fisch" und andere historische Stücke harren einer Lösung. Doch ihr kultureller Wert bleibt bestehen – auch wenn die öffentliche Präsentation nun ein Ende findet.






