Apotheker fordert radikale Entlastung: "Bürokratie frisst unsere Arbeitszeit"
Ferdinand WeimerApotheker fordert radikale Entlastung: "Bürokratie frisst unsere Arbeitszeit"
David Kudlek, Inhaber der Klingelholl-Apotheke in Wuppertal, schlägt Reformen vor, um überflüssige Arbeitsbelastung in Apotheken abzubauen. Seine Vorschläge zielen darauf ab, kleine, aber zeitraubende Routineaufgaben zu streichen, die sich im Laufe der Zeit zu einer erheblichen Belastung summieren. Die Maßnahmen sollen Arbeitsstunden freisetzen, Kosten senken – und das alles bei gleichbleibend hohen Sicherheitsstandards.
Ein zentraler Punkt von Kudleks Konzept ist der Verzicht auf Identitätsprüfungen bei Rohstoffen für Rezepturen. Derzeit müssen Apotheken jeden einzelnen Inhaltsstoff kontrollieren, selbst wenn Lieferanten ein Analysezertifikat vorlegen. Kudlek plädiert dafür, zertifizierte Ware ohne zusätzliche Tests zu verwenden, während nicht zertifizierte Substanzen weiterhin geprüft würden.
Zudem fordert er das Ende der lückenlosen Temperaturdokumentation, da dieser Aufwand seiner Meinung nach kaum Nutzen bringt. Ein weiterer Vorschlag betrifft die Vereinfachung der Dokumentation in der Tiermedizin – auch hier sieht er Potenzial, Bürokratie abzubauen, ohne Risiken einzugehen. Kudlek betont, dass jede dieser Aufgaben für sich genommen harmlos wirke, in der Summe jedoch einen erheblichen Verwaltungsaufwand verursache.
Die Ideen sind Teil der Reihe "Einfach mal gesagt", in der Apotheker:innen Vorschläge zur Effizienzsteigerung sammeln. Kudlek schätzt, dass seine Reformen Personalzeit sparen, unnötige Ausgaben reduzieren und Lagerfläche für Geräte freimachen würden. Sein Ziel: weniger Papierkram, mehr Raum für sinnvolle Arbeit.
Ein weiterer Vorteil läge in der Verringerung des Aufwands für die Entsorgung chemischer Abfälle. Durch schlankere Abläufe könnten Apotheken reibungsloser arbeiten, ohne dass Sicherheitsvorkehrungen darunter leiden.
Werden Kudleks Pläne umgesetzt, entfielen mehrere routinemäßige Kontrollen im Apothekenalltag. Das Personal könnte sich stärker auf die Patientenversorgung und wesentliche Aufgaben konzentrieren. Gleichzeitig sänken die Kosten, und der Platzbedarf für Compliance-Ausstattung würde schrumpfen.






