29 April 2026, 04:33

Antirassismus-Projekte an Schulen drohen durch Förderkürzungen zu scheitern

Plakat für den American Rescue Plan, mit Text, der besagt, dass es die Kinderarmut in den USA halbieren würde, und einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Antirassismus-Projekte an Schulen drohen durch Förderkürzungen zu scheitern

Ein Netzwerk aus Antirassismus- und Demokratieprojekten an deutschen Schulen steht vor massiven Kürzungen der Fördergelder. Die Änderungen bedrohen langjährige Initiativen – darunter auch solche an Schulen wie der von Felix Bjerke, wo fast 90 Prozent der Schüler:innen aus Familien mit Migrationshintergrund stammen. Pädagog:innen warnen, dass die Streichungen die Bemühungen zur Bekämpfung von Diskriminierung und Extremismus im Klassenzimmer schwächen könnten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Felix Bjerke koordiniert an seiner Schule das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". In seinen Workshops geht es um Rassismus, Antisemitismus, Extremismus und Verschwörungstheorien. Bundesweit beteiligen sich rund 5.000 Schulen an demselben Netzwerk.

Zwei Organisationen, die mit Bjerkes Schule zusammenarbeiten – "180 Grad Wende" und "Transaidency" –, gehören zu den Projekten, die künftig keine Bundesförderung mehr erhalten. Viele der gestrichenen Initiativen befinden sich in Ostdeutschland, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte in den letzten Jahren gewachsen ist. Betroffen sind auch langfristige Verpflichtungen wie das Kölner "Demokratie-Festival", das jährlich stattfindet.

Lehrkräfte zögern nun, heikle Themen im Unterricht anzusprechen, unsicher, was noch als politisch neutral gilt. Als Reaktion hat sich ein Bündnis von Gruppen mit einer Petition unter dem Titel "Schulen stellen sich quer" formiert. Sie fordert klarere Schutzregelungen für Pädagog:innen, die sich gegen Hass und Diskriminierung engagieren.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die Umstrukturierung. Die Programme bedienten ihrer Ansicht nach ein "linksliberales Milieu" und müssten reformiert werden.

Die Kürzungen hinterlassen Schulen wie die von Bjerke mit weniger Mitteln, um Vorurteilen entgegenzuwirken. Projekte, die einst sichere Förderung erhielten, blicken nun einer ungewissen Zukunft entgegen. Ohne sie könnten Schüler:innen weniger Unterstützung erhalten, wenn es darum geht, sich mit Themen wie Rassismus und Extremismus auseinanderzusetzen.

Quelle