12 March 2026, 18:13

Abschied vom Druck: Die taz beendet nach 47 Jahren ihre tägliche Printausgabe

Ein altes, abgenutztes Buch mit dem Titel 'Der Romanische Zeitungsartikel' mit vergilbten, zerfransten Seiten und sauberer Schreibschrift.

Abschied vom Druck: Die taz beendet nach 47 Jahren ihre tägliche Printausgabe

Die taz (die tageszeitung) hat nach fast 50 Jahren ihre letzte Wochenausgabe gedruckt. Die Ausgabe vom 17. Oktober 2025 markierte das Ende des täglichen Druckbetriebs, da sich die Zeitung nun auf digitale Plattformen konzentriert. Eine Sonderausgabe, gestaltet vom Künstler Christian Jankowski, feierte den Wandel mit Beiträgen von 13 Autor:innen zu den Themen Abschied und Solidarität.

Von Montag bis Freitag wird die taz künftig ausschließlich online erscheinen. Die gedruckte Ausgabe bleibt nur noch samstags erhalten – ein Zeichen für den Kurs der Zeitung hin zu einer "Digital-First"-Strategie. Die Chefredakteurinnen Barbara Junge und Ulrike Winkelmann sowie ihre Stellvertreterin Katrin Gottschalk erläuterten die Entscheidung in der letzten Wochenausgabe.

Die letzte Printausgabe fiel mit einem Titelthema über das taz-Küchenteam auf. Im Innenteil fand sich ein "auto-fiktionaler Agenten-Thriller", der die Geschichte der Zeitung nacherzählte. Wer die Ausgabe verpasst hat, kann sie noch im taz-Online-Shop erwerben.

Um den Wandel zu begleiten, wirbt die Zeitung für ihren kostenlosen täglichen Newsletter kressexpress, der exklusive Geschichten und personalisierte Updates bietet. Ziel ist es, 70 Prozent der aktuellen Print-Abonnent:innen zu digitalen Abos zu bewegen und so eine stabile Leserschaft im neuen Format zu sichern.

1978 als genossenschaftlich organisiertes Projekt von Beschäftigten gegründet, steht die taz seit jeher für unabhängigen Journalismus. Zwar ändert sich der Druckrhythmus, doch das Engagement für kritische Berichterstattung bleibt unverändert.

Die taz beginnt nun eine neue Phase mit reduzierter Printpräsenz und erweitertem digitalen Angebot. Der Wandel soll die Zukunft der Zeitung sichern, ohne ihre Tradition des genossenschaftlichen Journalismus aufzugeben. Leser:innen können weiterhin die samstägliche Printausgabe erwerben oder sich mit dem kressexpress-Newsletter täglich informieren lassen.

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