17 March 2026, 10:10

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben und sucht nach Lösungen

Ein Detailbild einer Blattschneiderbiene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben und sucht nach Lösungen

Zuckerrübenanbau in Deutschland steht unter Druck

Zwischen 2023 und 2026 ist die mit Zuckerrüben bestellte Fläche um 15 bis 20 Prozent geschrumpft – von etwa 38.000 Hektar auf geschätzte 30.000 bis 32.000 Hektar. Geringere Preise, Ernteausfälle und Kürzungen der EU-Subventionen treffen vor allem Schlüsselregionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hart, wo in einigen Gebieten sogar Rückgänge von bis zu 25 Prozent zu verzeichnen sind.

Ein Landwirt, der nach neuen Lösungen sucht, ist Marius Feldmann, Betriebsleiter bei der Metternich-Ratibor-Corvey KG. Trotz sinkender Zuckerpreise und schwieriger Marktbedingungen hält er die Zuckerrübe für eine unverzichtbare Kulturpflanze – und setzt auf innovative Herbizide, um die Erträge zu sichern.

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Feldmanns größte Herausforderungen sind hartnäckige Unkräuter, resistente Schädlinge sowie Krankheiten wie die Cercospora-Blattfleckenkrankheit und Stolbur (SBR). Schwere Ausbrüche können den Zuckerertrag um 40 bis 50 Prozent mindern und lassen die Felder vertrocknet und braun zurück – fast wie Tabakpflanzen. Der Verlust wichtiger Herbizid-Wirkstoffe hat die Unkrautbekämpfung zusätzlich erschwert, sodass manche Anbauer den Rübenanbau ganz aufgeben.

2025 testete Feldmann auf 44 Hektar seiner Flächen Rinpode, ein neues Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Er setzte es dreimal in zwei Fahrgassen ein und verglich einfache sowie doppelte Anwendungen mit unbehandelten Kontrollparzellen. Die Ergebnisse waren vielversprechend: Rinpode wirkte effektiv gegen Hirse und Ausfallraps, während es die Zuckerrüben kaum schädigte.

Notfallzulassungen für bestimmte Chemikalien haben den Landwirten in den letzten Jahren geholfen, Unkräuter und Krankheiten in den Griff zu bekommen. Doch Feldmann und andere bevorzugen langfristige, stabile Lösungen. Neben Herbiziden setzen die Anbauer auch auf neue Fungizide und Biostimulanzien, um die Erträge zu sichern. Ohne diese Anpassungen könnte die Kombination aus billigen Zuckerimporten aus den Mercosur-Staaten, fallenden Preisen und schrumpfenden Anbauflächen die Rübenproduktion noch unrentabler machen.

Der Rückgang der Zuckerrübenflächen spiegelt die größeren Probleme der Branche wider. Krankheiten, resistente Unkräuter und Marktzwänge bedrohen weiterhin die Produktion. Zwar bieten Mittel wie Rinpode vorerst etwas Entlastung – doch für langfristige Stabilität braucht es zuverlässigen Pflanzenschutz und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Landwirte.

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