Wohnbauprojekt in Willich-Moltkedorf löst Bürgerproteste wegen Verkehr und Grünflächen aus
Bernhard WeinholdWohnbauprojekt in Willich-Moltkedorf löst Bürgerproteste wegen Verkehr und Grünflächen aus
Ein geplantes Wohnbauprojekt im Willicher Ortsteil Moltkedorf stößt auf massiven Widerstand der Anwohner. Die Stadt will auf einem 2,9 Hektar großen Gelände 200 neue Wohnungen errichten, doch 47 Bürger haben offiziell Widerspruch eingelegt – mit Verweis auf Bedenken zu Verkehr, Grünflächen und Bebauungsdichte.
Das Areal, einst eine Flüchtlingsunterkunft, die bis Jahresende geschlossen werden soll, war ursprünglich als freies Erholungsgebiet ausgewiesen. Nun fürchten die Anwohner, dass die Bebauung ihr Wohnumfeld und die Natur nachhaltig beeinträchtigen wird.
Der erste Entwurf der Stadt sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und mehrgeschossigen Wohnblocks in einer Hofbebauung vor. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahn-Kreislaufsystem geplant ist; unterirdische Parkplätze werden geprüft. Die Anwohner halten das Projekt jedoch für überdimensioniert – besonders die viergeschossigen Gebäude, die über ihren Kleingärten aufragen würden.
In einer gemeinsamen Stellungnahme mit über 70 Unterschriften fordern sie eine Verlegung des Vorhabens außerhalb des Ortskerns. Zu den Hauptkritikpunkten zählen steigendes Verkehrsaufkommen, Parkplatzmangel und die Erreichbarkeit für Rettungsfahrzeuge. Zudem hinterfragen sie die ökologischen Folgen: Kurzfristige Einsparungen durch Grünflächenverlust könnten langfristig dem Viertel schaden. Themen wie Luftzirkulation, Klimaanpassung und städtische Gestaltung heizen die Debatte weiter an.
Die Stadträte Gregor Nachtwey und Lena Flecken haben die Sorgen der Bürger anerkannt und versprochen, sie in die weitere Planung einzubinden. Da sich das Verfahren noch in einer frühen Phase befindet, sind Anpassungen möglich.
Ziel des Projekts ist es, den dringenden Wohnraumbedarf in Willich zu decken. Doch der Widerstand aus Moltkedorf zeigt, wie tief die Bedenken sitzen. Die Forderungen der Anwohner umfassen strengere Verkehrsregelungen, den Erhalt von Grünflächen und eine unabhängige Umweltprüfung. Nun muss die Stadt einen Ausgleich zwischen Bauvorhaben und Bürgerinteressen finden, bevor es weitergeht.






