19 March 2026, 14:15

Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausärzte-Dichte und akutem Ärztemangel

Eine Deutschlandkarte mit Frankfurt in verschiedenen Farben, die den Bevölkerungsanteil anzeigen, begleitet von erklärendem Text auf der linken Seite.

Hausarztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausärzte-Dichte und akutem Ärztemangel

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe leidet unter akutem Hausärztemangel – mit bundesweit der geringsten Allgemeinärzte-Dichte

In der Region Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen herrscht ein dramatischer Mangel an Hausärzten: Nirgends in Deutschland gibt es weniger Allgemeinmediziner pro Einwohner. Aktuelle Daten zeigen, dass dort nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Menschen kommen – deutlich weniger als in anderen Regionen. Die Landesregierung hat zwar Gegenmaßnahmen eingeleitet, doch bis diese wirken, werden Jahre vergehen.

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Laut dem aktuellen Ärzteregister der Bundesärztekammer belegt Westfalen-Lippe damit den letzten Platz im bundesweiten Vergleich. Brandenburg und der andere NRW-Regierungsbezirk Nordrhein kommen jeweils auf 66 Hausärzte pro 100.000 Einwohner – und liegen damit noch vor Westfalen-Lippe mit seinen 61 Medizinern. Kritiker werfen der Politik vor, die Versorgungslücken seien das Ergebnis jahrzehntelanger Vernachlässigung in der Gesundheitsplanung.

Als Reaktion hat NRW als erstes Bundesland eine Landarztquote eingeführt. Im Rahmen des Programms haben sich 1.100 Medizinstudierende verpflichtet, nach ihrem Abschluss für ein Jahrzehnt als Hausärzte in unterversorgten Gebieten zu arbeiten. Doch die ersten Absolventen dieser Initiative werden frühestens 2030 in die Praxen einsteigen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verteidigte die Bilanz der Landesregierung und betonte, dass langfristige Strategien unverzichtbar seien. Er verwies auf ein seit 2009 laufendes Aktionsprogramm, das bereits über 1.000 neue Arztpraxen in NRW gefördert habe – wobei 80 Prozent der Mittel nach Westfalen-Lippe geflossen seien. Dennoch bleibt die Opposition skeptisch.

Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, bezeichnete die Zahlen als "Versagen von Minister Laumann". Der CDU-Abgeordnete Daniel Hagemeier wies die Vorwürfe der SPD als "Eigentor" zurück. Während der Streit über die Verantwortung weitergeht, muss sich die Region auf eine Verschärfung der Engpässe einstellen.

Die Landarztquote soll die Krise entschärfen, doch ihre Wirkung wird erst im nächsten Jahrzehnt spürbar sein. Bis dahin bleibt Westfalen-Lippe auf bestehende Förderprogramme und die seit 2009 neu gegründeten Praxen angewiesen. Da es keine schnellen Lösungen gibt, werden die Versorgungslücken voraussichtlich noch Jahre bestehen.

Quelle