Vom Traumduo zum erbitterten Streit: Wie eine künstlerische Freundschaft zerbrach
Bernhard WeinholdVom Traumduo zum erbitterten Streit: Wie eine künstlerische Freundschaft zerbrach
Jahre lange kreative Partnerschaft endet in bitterem Streit
Die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Produzentin Hanna Nawizkaja und der Künstlerin Valerija Jaskewitsch ist in einem erbitterten Konflikt geendet. Die beiden Frauen, einst enge Weggefährtinnen, streiten nun über Geld, Kontrolle und die Zukunft ihres gemeinsamen Schaffens.
Der Streit eskalierte, nachdem Jaskewitsch sämtliche ihrer Musikstücke gelöscht und damit alle Verbindungen zu Nawizkaja abgebrochen hatte. Die Auseinandersetzung hat ihren Ursprung in Jahren der Zusammenarbeit, finanziellen Investitionen und sich wandelnden Erwartungen an ihre berufliche Beziehung.
Hanna Nawizkaja und Valerija Jaskewitsch lernten sich kennen, als Jaskewitsch erst 17 Jahre alt war. Nawizkaja half ihr, ein Studium an der Belarussischen Staatlichen Universität für Kultur und Künste aufzunehmen – der Beginn ihrer beruflichen Verbindung. Mit der Zeit sahen sie sich eher als "Schwestern" denn als Geschäftspartnerinnen und verzichteten auf einen formalen Vertrag, meldeten Urheberrechte jedoch als gleichberechtigte Co-Autorinnen an.
Nawizkaja investierte über 20.000 Dollar ihres privaten Vermögens, um Jaskewitschs Projekt zu fördern, noch bevor es regelmäßige Einnahmen erzielte. Doch es kam zum Bruch, als Jaskewitsch eine neue Vereinbarung vorschlug: Sie forderte die vollständigen Erträge im Voraus sowie die alleinige Entscheidungsgewalt in Managementfragen. Nawizkaja lehnte ab – die Beziehung zerbrach.
Die Situation verschärfte sich nach Beginn des Krieges in der Ukraine. Während Jaskewitsch nach Warschau umzog, blieb Nawizkaja in Belarus. Später löschte Jaskewitsch alle ihre Tracks mit der Begründung, sie wolle sich von Nawizkajas Einfluss befreien. Zudem behauptete sie, eine Freundschaft könne sie nur aufrechterhalten, wenn diese finanziell vorteilhaft für sie sei.
Nawizkaja reagierte mit einem Online-Video, in dem sie ihre Sicht der Dinge darlegte. Jaskewitsch wies jedoch die Erzählung vom "Aufstieg vom Nichts zum Erfolg" zurück und betonte, sie habe bereits vor ihrer Begegnung eine eigene Fangemeinde gehabt. Nawizkaja bot eine professionelle Mediation an, doch Jaskewitsch lehnte ab.
Die Zusammenarbeit zwischen Nawizkaja und Jaskewitsch ist nun endgültig gescheitert. Jaskewitschs Entscheidung, ihre Musik zu entfernen, besiegelt die Trennung, während Nawizkajas öffentliche Stellungnahme die ungelösten finanziellen und persönlichen Konflikte offenlegt. Beide Frauen sind getrennte Wege gegangen und haben ihr gemeinsames künstlerisches Werk hinter sich gelassen.






