Videobeweis im DFB-Pokal: Warum die Debatte um frühere Einführung eskaliert
Bernhard WeinholdVideobeweis im DFB-Pokal: Warum die Debatte um frühere Einführung eskaliert
Der Einsatz des Videobeweises im DFB-Pokal ist zu einem der großen Diskussionsthemen im deutschen Fußball geworden. Die Debatten darüber, ab wann die Technologie zum Einsatz kommen sollte, haben sich verschärft – viele fordern eine frühere Einführung im Wettbewerb. Aktuell ist der Videobeweis erst ab dem Viertelfinale vorgesehen, doch zahlreiche Stimmen halten dies für zu spät.
Die Frustration über den Videobeweis in der Bundesliga ist nach jüngsten Fehlentscheidungen gewachsen. Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller kritisierte das System scharf, nachdem seiner Mannschaft in der Partie bei Heidenheim (1:1) ein möglicher Siegtreffer aberkannt worden war. Der Fehler verstärkte die ohnehin bestehenden Zweifel an der Zuverlässigkeit des Videobeweises.
Das Problem betrifft auch den DFB-Pokal: Ein übersehener Abseitsfehler im Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München in der Saison 2022/23 sorgte für Aufsehen. Leroy Sanés Tor, das hätte annulliert werden müssen, zählte – und beeinflusste damit den Spielausgang. Der Vorfall unterstrich die Notwendigkeit, den Videobeweis bereits in früheren Runden einzusetzen.
Bayern-Chef Max Eberl und andere plädieren dafür, die Technologie ab der zweiten Runde zu nutzen. Jochen Drees, ehemaliger Schiedsrichter und Innovationschef der DFB Schiri GmbH, unterstützt diesen Vorschlag, warnt jedoch, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssten. Das größte Hindernis ist die Finanzierung: Vereine aus den unteren Ligen verfügen weder über die nötige Technik noch über ausreichende TV-Einnahmen, um die Kosten zu decken.
Allein in der Bundesliga und 2. Bundesliga schlägt der Videobeweis mit jährlich rund 11 Millionen Euro zu Buche, hinzu kommen fast eine weitere Million für das Personal. Pro Spiel fallen nahezu 20.000 Euro an. Eine Ausweitung auf frühere DFB-Pokal-Runden würde die Klubs außerhalb der Top-Ligen finanziell stark belasten.
Die Diskussion über den Einsatzzeitpunkt des Videobeweises im DFB-Pokal bleibt vorerst ungelöst. Zwar sprechen sich einige für eine frühere Einführung aus, doch Finanzierungs- und Logistikprobleme stehen dem entgegen. Ohne zusätzliche Unterstützung wird sich das System voraussichtlich nicht über das aktuelle Viertelfinale hinaus ausweiten.






