30 March 2026, 10:11

Tausende protestieren gegen sexualisierte Gewalt nach Ulmen-Fernandes-Skandal

Eine Gruppe von Menschen marschiert die Straße entlang und trägt ein Banner mit der Aufschrift "Solidarität und Feminismus", mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren gegen sexualisierte Gewalt nach Ulmen-Fernandes-Skandal

Tausende sind in ganz Deutschland auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und mehr Schutz für Frauen zu fordern. Am Wochenende zogen Demonstrationen in Köln und Bonn große Menschenmassen an, die sowohl gegen physische als auch digitale Übergriffe vorgehen wollen. Die Proteste folgen einem aktuellen Der-Spiegel-Bericht, der Vorwürfe digitaler Gewalt durch den Schauspieler Christian Ulmen gegen seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, aufgedeckt hatte.

Am Samstag demonstrierten in Köln trotz kaltem und regnerischem Wetter über 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt. Bei der Kundgebung forderten Politikerinnen der Frauen-Union der CDU strengere rechtliche Schutzmaßnahmen. Unterdessen versammelten sich in Bonn am Sonntag mehr als 500 Demonstrantinnen und Demonstranten im Stadtzentrum mit Plakaten wie "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den bekannten Song von Cindy Lauper. Organisiert wurde die Veranstaltung von einem Bündnis lokaler Parteien, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt.

Die öffentliche Empörung hat seit dem Spiegel-Bericht über den Fall Fernandes weiter zugenommen, in dem Vorwürfe digitaler Belästigung detailliert beschrieben wurden. Als Reaktion darauf arbeitet Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) nun an einem Gesetzesentwurf, der die Erstellung und Verbreitung nicht einvernehmlicher Nacktaufnahmen – einschließlich KI-generierter Deepfakes – unter Strafe stellen soll. Das Vorhaben zielt zudem auf unerlaubte Überwachung durch Spionagesoftware ab und könnte Anbieter verpflichten, Opfern IP-Adressen offenzulegen. Die Abstimmung innerhalb der Regierung zum Gesetzentwurf läuft bereits.

In einer aktuellen Regierungssitzung sprach Bundeskanzler Friedrich Merz von einer "explodierenden" Zunahme von Gewalt, sowohl im realen Leben als auch im Netz, und verband dies mit gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Merz dafür, strengere Schutzmaßnahmen für Frauen nicht zu unterstützen. Rednerinnen und Redner bei beiden Demonstrationen riefen Männer dazu auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen frauenfeindliche Einstellungen und Gewalt gegen Frauen zu übernehmen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Proteste in Köln und Bonn zeigen den wachsenden Druck für rechtliche Reformen und gesellschaftlichen Wandel. Der Gesetzesvorschlag von Justizministerin Hubig soll digitale Gewalt mit härteren Strafen und neuen Opferschutzregelungen bekämpfen. Gleichzeitig halten öffentliche Debatten und Kundgebungen die Forderung nach umfassenden Maßnahmen gegen alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt aufrecht.

Quelle