Spaniens hartes Vorgehen gegen Deepfakes setzt Deutschland unter Druck
Bernhard WeinholdSpaniens hartes Vorgehen gegen Deepfakes setzt Deutschland unter Druck
Spanien hat ein strenges neues Gesetz gegen Deepfakes eingeführt, das es verbietet, gefälschte Bilder oder Videos unter Verwendung des Aussehens oder der Stimme einer Person ohne deren Zustimmung zu erstellen oder zu verbreiten. Die im März 2026 in Kraft getretene Regelung sieht Haftstrafen von ein bis zwei Jahren vor und stärkt zudem den Schutz des Rechts am eigenen Bild in digitalen Räumen.
Der Fall von Collien Fernandes lenkte die Aufmerksamkeit auf die rechtlichen Lücken beim Umgang mit Deepfake-Missbrauch. Fernandes, die mit ihrem Ex-Mann Christian Ulmen in Spanien lebte, reichte dort Klage ein – angezogen von den strengeren Gesetzen des Landes gegen digitale Gewalt. In Deutschland ist derzeit nur die Verbreitung, nicht jedoch die Erstellung von Deepfake-Pornografie strafbar, was Forderungen nach einer Reform laut werden lässt.
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, lobte Fernandes für ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie nannte sie "eine mutige Frau", deren Haltung anderen Betroffenen ein starkes Signal sende. Neubaur warnte zudem, dass Deepfakes längst kein Einzelfall mehr seien, und kritisierte die zögerliche Gesetzgebung in dieser Frage.
Neubaur setzt sich für umfassendere Reformen ein, darunter die Gleichstellung digitaler und physischer Gewalt im Sexualstrafrecht. Zudem schlug sie vor, nach dem Vorbild von Ländern wie Spanien spezialisierte Gerichte für Sexualstraftaten – sowohl online als auch offline – einzurichten.
Das neue spanische Gesetz setzt Maßstäbe bei der Bekämpfung von Deepfake-Missbrauch mit klaren Strafen. Fernandes' Fall hat den Bedarf an stärkerem Schutz in anderen Ländern, darunter Deutschland, deutlich gemacht. Juristen und Politiker fordern nun schnelleres Handeln, um die bestehenden Lücken in den Gesetzen gegen digitale Gewalt zu schließen.






