Solingen plant langfristige Strategie gegen Obdachlosigkeit mit "Housing First"-Modell
Isabella ReinhardtSolingen plant langfristige Strategie gegen Obdachlosigkeit mit "Housing First"-Modell
Solingen will Obdachlosigkeit mit neuer Langzeitstrategie bekämpfen
Die nordrhein-westfälische Stadt Solingen steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung im Umgang mit Obdachlosigkeit. Aktuell leben etwa 20 Menschen in der Stadt ohne Unterkunft – ein Zustand, der nach strukturierten Lösungen verlangt. Ein fraktionsübergreifender Antrag fordert nun eine bessere Koordinierung der Hilfsangebote und den Ausbau von Unterstützungsprogrammen, um das Problem nachhaltig anzugehen.
Kernstück des vorgeschlagenen Konzepts ist das "Housing First"-Modell, das den Zugang zu dauerhaftem Wohnraum als Grundlage für weitere Hilfsmaßnahmen priorisiert. Parallel dazu soll das vom Land geförderte Programm "ProMie+ Solingen" – bisher als zeitlich befristetes Projekt angelegt – auf eine dauerhafte Umsetzung geprüft werden. Präventive Maßnahmen sowie niedrigschwellige Gesundheits- und Beratungsangebote bilden weitere zentrale Bausteine des Antrags.
Am 21. April 2026 wird sich der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gemeinschaftsteilhabe mit den Plänen befassen. Ein Schwerpunkt der Beratungen liegt auf der möglichen Einführung von Lotsendiensten, die die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wohlfahrtsverbänden und kommunalen Einrichtungen verbessern sollen. Die Beschlüsse des Gremiums dürften die soziale Ausrichtung der Stadt für die kommenden Jahre maßgeblich prägen.
Um die Fortschritte zu messen, sollen regelmäßige Berichte dokumentieren, wie sich die neuen Maßnahmen auf die Obdachlosenstatistik und die Wirksamkeit der Hilfsangebote auswirken. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, bestehende Programme zu optimieren und eine reibungslose Abstimmung aller Beteiligten sicherzustellen.
Die anstehende Ausschusssitzung markiert einen entscheidenden Schritt in Solingens Kampf gegen Obdachlosigkeit. Wird die Strategie verabschiedet, könnten dauerhafte Wohnlösungen, ein besserer Zugang zu Gesundheitsversorgung und klarere Verantwortlichkeiten zwischen den Akteuren eingeführt werden. Das Ziel der Stadt: die Zahl der wohnungslosen Menschen durch gezielte, messbare Maßnahmen nachhaltig zu verringern.






