Skandal im Märkischen Kreis: Tierschutzverstöße in Schweinemast enthüllt
Isabella ReinhardtSkandal im Märkischen Kreis: Tierschutzverstöße in Schweinemast enthüllt
Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis: Schwerwiegende Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt
Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) steht wegen gravierender Verstöße gegen den Tierschutz in der Kritik. Verdeckt aufgenommene Aufnahmen der Tierrechtsorganisation Aninova zeigen verletzte Schweine, tote Ferkel und katastrophale Haltungsbedingungen in den Ställen. Die Enthüllungen lösten umgehend Reaktionen von Behörden und Branchenaufsehern aus.
Die Aktivisten dokumentierten die erschütternden Zustände auf dem Hof am 10. Oktober. Das später auf Instagram veröffentlichte Video zeigt vernachlässigte Tiere und mangelnde Hygiene – innerhalb weniger Tage wurde es über eine halbe Million Mal aufgerufen.
Die Organisation alarmierte daraufhin die zuständigen Stellen und erstattete Strafanzeige gegen den Betreiber, der zugleich eine Führungsposition innehat. Als Geschäftsführer des Rheinland-Nassau Bauern- und Winzerverbandes vertritt er landwirtschaftliche Interessen, während ihm auf dem eigenen Betrieb Vorwürfe wegen unhaltbarer Tierhaltungsstandards gemacht werden.
Am 14. Oktober führte das QS-Prüfsystem eine Sonderprüfung durch. Die Inspektoren stellten inakzeptable Zustände fest – darunter tote Tiere – und entzogen dem Betrieb die Zertifizierung. Zudem wurde der ursprünglich zuständige Prüfer vorläufig suspendiert, nachdem Zweifel an seiner Neutralität aufkamen.
Eine parallele Kontrolle durch das örtliche Veterinäramt am selben Tag bestätigte weitere Verstöße, darunter Hygienemängel und zusätzliche Tierschutzvergehen. Dem Betrieb waren bereits in der Vergangenheit Beanstandungen attestiert worden.
Auf Anfrage distanzierte sich ein Sprecher des Rheinland-Nassau Bauern- und Winzerverbandes vom Fall. Man habe keine Kenntnis von dem Betrieb gehabt und lehnte eine Stellungnahme zu Personalangelegenheiten ab.
Der Hof wurde aus dem QS-Zertifizierungssystem ausgeschlossen, gegen den Betreiber laufen disziplinarische und strafrechtliche Ermittlungen. Die Suspendierung des Prüfers wirft zudem Fragen zur Kontrolle in der Nutztierhaltung auf. Die Behörden prüfen weiterhin die erhobenen Vorwürfe.






