14 April 2026, 12:12

Recklinghausen gedenkt jüdischer NS-Opfer mit bewegender Zeremonie am Friedhof

Kleines weißes Holocaust-Denkmal auf einem grasbewachsenen Friedhof umgeben von einem Zaun und Bäumen unter einem klaren blauen Himmel in Vilnius, Litauen.

Recklinghausen gedenkt jüdischer NS-Opfer mit bewegender Zeremonie am Friedhof

Feierliche Gedenkveranstaltung in Recklinghausen für jüdische Opfer der NS-Zeit

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Am 2. November fand auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen eine würdevoll gestaltete Gedenkfeier statt. Die jährliche Veranstaltung ehrt das Andenken der jüdischen Opfer, die während der NS-Diktatur nach Riga deportiert wurden. Lokale Würdenträger und Angehörige der Verstorbenen kamen zusammen, um ihrer zu gedenken und ihr Bekenntnis zur Erinnerungskultur zu erneuern.

Die alljährlich am ersten Sonntag im November stattfindende Gedenkveranstaltung stand in diesem Jahr besonders im Zeichen der mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden, die nach Riga verschleppt wurden und größtenteils im Wald von Bikernieki ermordet wurden. Unter den Gedenkkenden war auch Rolf Abrahamsohn aus Marl, dessen Sohn in diesem Jahr an der Feier teilnahm.

Thomas Terhorst, der neu gewählte Bürgermeister von Marl, hielt eine Rede und erinnerte an das Schicksal von rund 3.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus dem Raum Recklinghausen, die gewaltsam nach Riga gebracht und dort getötet wurden. Terhorst rief die Anwesenden auf, Verantwortung für die Bewahrung ihres Gedenkens zu übernehmen: "Das Schicksal dieser Opfer verpflichtet uns, ihr Andenken wachzuhalten."

Auch Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen, wandte sich an die Versammelten. Er forderte die Teilnehmer auf, "zu sekundären Zeugen zu werden – gegen das Vergessen und gegen jede Form von Antisemitismus". Mark Rosendahl, Bezirksleiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), unterstützte diese Appelle in seiner Ansprache.

Die Stadt Marl ist seit 2010 Mitglied im Deutschen Riga-Komitee, das sich für die Würdigung der Opfer einsetzt und dafür sorgt, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten.

Die Veranstaltung vereinte Vertreter aus Politik, Familienangehörige und Bürger, um sich mit einer dunklen Phase der Geschichte auseinanderzusetzen. Durch das Gedenken an die Opfer soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit gestärkt werden, Hass und Intoleranz entschlossen entgegenzutreten. Die Feier endete mit dem erneuten Gelöbnis, das Andenken der Opfer zu bewahren.

Quelle