19 March 2026, 16:13

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen und Versorgungskrise

Schwarze und Wei├če Zeitung vom "Berliner Wespen, 6. August 1875" mit einer Gruppe von Menschen in Not, einige schauen erschrocken und andere verwirrt nach unten.

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen und Versorgungskrise

Psychotherapeut:innen in Nordrhein-Westfalen bereiten für diesen Donnerstag Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor. Ab dem 1. April 2026 sollen die Krankenkassen die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent senken. Kritiker warnen, dass dieser Schritt die ohnehin schon prekäre Versorgungssituation für Patient:innen mit gesetzlicher Krankenversicherung weiter verschärfen könnte.

Die geplante Gebührenkürzung kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit einem Mangel von etwa 7.000 kassenärztlichen Psychotherapie-Zulassungen – den sogenannten Kassensitzen – kämpft. Besonders betroffen sind ländliche Regionen sowie die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, wo veraltete Planungsvorgaben und regionale Versorgungslücken die Lage zuspitzen. Allein in Nordrhein-Westfalen warten Patient:innen derzeit im Schnitt fünf Monate auf einen ersten Termin.

Doch schon jetzt ist der Erwerb eines Kassensitzes schwierig und teuer – in begehrten Gebieten können die Preise bis zu 50.000 Euro erreichen. Da Psychotherapeut:innen in Deutschland ohnehin weniger verdienen als alle anderen Fachkräfte im Gesundheitswesen, könnten viele nun vermehrt auf Privatpatient:innen ausweichen, um ihre Einkommen zu sichern. Das würde die Zahl der Behandler:innen für gesetzlich Versicherte weiter verringern.

Die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen schlägt Alarm: Die Kürzungen gefährdeten die psychotherapeutische Versorgung im gesamten Bundesland. Geplant sind Kundgebungen in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Die Therapeut:innen fordern eine faire Vergütung, um längere Wartezeiten und einen weiteren Rückgang des Zugangs zu Behandlungen zu verhindern.

Die Honorarkürzungen drohen, die Krise in der psychotherapeutischen Versorgung weiter zu vertiefen. Wenn noch weniger Therapeut:innen gesetzlich Versicherte behandeln, könnten sich die Wartezeiten weiter verlängern. Die Proteste machen deutlich, dass vor allem Patient:innen in unterversorgten Regionen die Hauptlast der Veränderungen tragen werden.

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