21 March 2026, 08:10

NRW plant ABC-Klassen: Sprachförderung vor der Schule sorgt für Streit

Ein Blatt mit dem Text "Die Kinder der verschiedenen Tagesschulen werden mit Tee, Pflaumenbrot und Roastbeef und Pflaumenpudding versorgt."

NRW plant ABC-Klassen: Sprachförderung vor der Schule sorgt für Streit

Ein neuer Plan zur Einführung verpflichtender vorsprachlicher Förderung in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat unter lokalen Politikern eine Debatte ausgelöst. Der unter dem Namen ABC-Klassen bekannte Vorschlag sieht vor, Kinder mit besonderem Förderbedarf aus ihren gewohnten Kita-Gruppen zu nehmen, um sie in gezielten Sprachkursen zu unterrichten. Kritiker bemängeln, dass dieser Ansatz etablierte Abläufe stören und sich nur unzureichend in bestehende Strukturen einfügen könnte.

Die Landesregierung brachte am 13. März 2026 einen Gesetzentwurf ein, der die Umsetzung der ABC-Klassen vorsieht. Die verpflichtende Sprachförderung soll im Schuljahr 2028/2029 beginnen und Kinder erfassen, die ab August 2029 eingeschult werden. Die Finanzierung übernimmt vollständig das Land – ähnlich wie bei einem Pilotprojekt im Saarland, das im April 2026 startet und nach einer Sprachstandsanalyse verbindliche Förderung vorschreibt. Bisher hat jedoch kein anderes Bundesland ein vergleichbares Modell flächendeckend eingeführt oder dessen Erfolg nachgewiesen.

Lokale Politiker in Solingen, darunter Vertreter von CDU und Grünen, befürworten zwar das Ziel, die Sprachkompetenz von Kindern zu verbessern, lehnen aber die aktuelle Umsetzung ab. Maja Wehrmann warnte, dass die Herausnahme der Kinder aus ihren vertrauten Gruppen Lernroutinen stören und Stigmatisierungsrisiken bergen könnte – ein Widerspruch zu den Prinzipien der Inklusion. Simone Lammert verwies auf strukturelle Bedenken: Die ABC-Klassen könnten ein paralleles System schaffen, statt die bestehenden Kita-Angebote zu stärken.

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Jessica Schliewe betonte, dass Sprachförderung am besten in vertrauten, alltagsnahen Umfeldern gelinge. Das geplante Modell drohe, diese Bezüge zu schwächen. Gleichzeitig berichten zentrale Akteure von Verwirrung darüber, wie die neuen Klassen mit den aktuellen Systemen verzahnt werden sollen – was die lokale Planung erschwert. Die Forderungen nach einer besseren Abstimmung zwischen Land und Kommunen werden lauter, um praktikable und integrierte Förderangebote zu gewährleisten.

Der Vorschlag der ABC-Klassen stößt auf Widerstand, da Befürchtungen über Störungen und mangelnde Klarheit bestehen. Politiker fordern eine Überarbeitung, um bestehende Kita-Strukturen zu stärken, anstatt parallele Systeme einzuführen. Ohne Anpassungen droht der Plan, mehr Probleme als Lösungen für die frühe Sprachförderung in NRW zu schaffen.

Quelle