14 April 2026, 14:17

NRW-Ausbildungsmarkt kämpft mit Bewerbermangel und G9-Folgen

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

NRW-Ausbildungsmarkt kämpft mit Bewerbermangel und G9-Folgen

Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen steht vor neuen Herausforderungen

In Nordrhein-Westfalen verschärft sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt, da die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen das Angebot übersteigt. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine berufliche Ausbildung, während Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, freie Stellen zu besetzen. Gleichzeitig verschärft eine bildungspolitische Weichenstellung im Land den Mangel an qualifizierten Schulabgängern.

Bis Ende Oktober verzeichnete die IHK Mittlerer Niederrhein 3.538 neue Ausbildungsverträge – ein Rückgang um 6,48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich: In Krefeld gab es mit 964 neuen Verträgen nur einen leichten Rückgang um 0,52 Prozent, während Viersen mit 612 Verträgen ein Minus von 11,94 Prozent verbuchte.

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Hasan Klauser, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, bestätigte, dass der Markt weiterhin kandidatengetrieben sei – es gebe mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Besonders gefragt waren kaufmännische Berufe wie Bürokaufleute, Fachkräfte für chemische Produktion, Verkäufer im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandelskaufleute.

Ein zentraler Grund für den Rückgang ist die Rückkehr Nordrhein-Westfalens zum neunjährigen Gymnasium (G9). Dadurch wird es 2026 keine Abiturienten geben, die ihre Schulzeit abschließen – eine Lücke im Fachkräftenachwuchs entsteht. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, warnte, dass Unternehmen, die auf Abiturienten als Auszubildende setzen, mit einem deutlichen Rückgang an Bewerbungen rechnen müssen.

Als Reaktion werben die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Kreishandwerkerschaft und die Bundesagentur für Arbeit verstärkt für eine berufliche Ausbildung. Betriebe setzen weiterhin auf die betriebliche Ausbildung als wichtigsten Weg, um qualifizierte Fachkräfte zu entwickeln.

Der Rückgang bei den Ausbildungsverträgen unterstreicht die anhaltenden Rekrutierungsschwierigkeiten der Unternehmen. Angesichts sinkender Schulabgängerzahlen und struktureller Veränderungen im Bildungssystem könnten Firmen ihre Einstellungsstrategien anpassen müssen. Die Förderung der Berufsausbildung bleibt entscheidend, um den Fachkräftemangel in der Region langfristig zu sichern.

Quelle